TOUR 2017     - 10 Jahre on Tour !


Ratingen, 25.März 2017:

Nos casamos !  Wir haben geheiratet !  Luna de Miel después de 18 años y 25.000 millas nauticas.

POLYNESIE FRANCAISE

 

Von Madrid fliegen wir nach Santiago de Chile. Ein 13-Stunden Flug aus dem Sommer in den Chilenischen Winter, inmitten den winterlichen Anden.

Mit nur 03°C. Ist es ganz schön schattig. Den Trip in die City verkneifen wir uns, wir haben keine Daunenjacken im Gepäck. So vertreiben wir uns die Zeit im Flughafen und beobachten wie unser Espaniol zurückkehrt.

 

10 Stunden später geht dann endlich der Weiterflug nach Hanga Roa auf der Osterinsel. Hier nocheimal raus aus dem Flieger und ein Stündchen warten. Sechs Stunden später landen wir gutgelaunt in Papeete / Tahiti.

Unser gebuchtes Hotel lässt uns mitten in der Nacht am Airport abholen.

Ein netter Service!

Schön, wenn man sich auskennt, Papeete ist quirlig aber exotisch.

 

Im Hafen liegt die ACAPELLA aus Holland mit Martin und Ellen. Sofort sind wir eingeladen – der Abend ist gerettet. Auf Bonaire (ABC-Islands) hatten wir uns das letzte Mal gesehen, viel gelacht und waren 2km um die Wette geschwommen.

Nun, vier Jahre später erzählen wir zusammen, als ob wir nur mal eben weg gewesen wären.

 

Am 22.06. landen wir nach einem sehr stürmischen Flug in einer „Nuckelpinne“ auf der Runway von Niutahi – Apataki.

Sogar unsere 86kg Gepäck sind mitgeflogen, nicht selbstverständlich bei diesen kleinen Maschienen.

Ein Stündchen dauert anschliessend noch die Überfahrt mit dem Schnellboot auf das Atollinselchen Totoro zu Alfred und Pauline bzw. zur Carenage, wo auch unser Boot auf uns wartet.

 

 

DESASTER:

 

Die erste Inspektion des Bootes bringt uns fast um den Verstand: BONAFIDE ist im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen – an Land stehend. Es gab im Februar angeblich einen schweren Sturm in den Tuamotus, keinen Hurrican aber es soll 125kn Wind gehabt haben und sehr, sehr viel Regen...

Dieser Regen hat beide Motorräume bis knapp unter die Luftansauger der Volvos geflutet.

Der Schaden ist immens:

Nachdem das Wasser abgepumpt ist sehen wir zwei total ölverschlamte Motoren.

Die Starter verrostet, die Lichtmaschienen ein Trauerspiel, die Schaltzüge der Maschinen festkorrodiert. Die Batterien durch einen Kurzschluss im System tiefentladen also Schrott.

Die Getriebe haben statt Öl Wasser zur Schmierung und die Elektronik ist ziemlich im Eimer... Ebenso auch der Ruderlagengeber des Selbststeueranlage.

Die Rollreffanlage ist festgebacken, beide Aussenbordmotoren haben Wasserschäden, der 230v.-Inverter (230v. aus 12v.) defekt und, und, und.

 

Und dies auf einem fast menschenleeren Atoll, ohne Mechaniker oder andere fremde Hilfe. Shit happens !

 

Immerhin ist im Boot alles in Butter.

Umso grösser ist die Freude als wir am 06.07. um 10:30 beide Volvos erfolgreich gestartet bekommen. Ohne Keilriemen, also nur recht kurz.

 

Zuvor hatten wir in Tahiti neue Batterien geordert, die mit dem Versorger COBIA 3 nach Niutahi kamen. Für 2350,- Euro ( !! ) Es gibt nichts anderes. Endlich wieder Strom an Bord.

In Deutschland haben wir zwei neue Lichtmaschinen geordert, die mit UPS-Air nach Papeete unterwegs sind und hoffentlich nächste oder übernächste Woche hier ankommen werden.

Die Rollrefftrommel haben wir mit Gewalt und WD-40 wieder gedreht bekommen.

Und die Ursache für das Wassereindringen ist auch gefunden:

Die Schaumstoffdichtungen des Rettungsinselstauplatzes im Heck waren verhärtet bzw. nach 5 Jahren überaltert und haben so grosse Mengen Regenwasser eindringen lassen.

So kehrt nach 19 Tagen in den Motorräumen endlich wieder etwas Ruhe ein. Petra wäscht tagelang die Kleidung, die in den Schränken verschimmeln möchte, es wird Brot gebacken und die Segel gesetzt.

 

Jetzt macht auch das Atollleben mit den Einheimischen wieder mehr Spass. Es gibt derzeit vier Helfer auf der Insel, denn der Sturm hatte hier zwei Häuser und eine Steganlage weggeblasen. Boote der Locals waren gesunken und sind beschädigt. Die Motoren haben Wasserschäden....

So kämpfen alle ihren eigenen Kampf.

Das neue Haus für Mami und Papi, die Grosseltern ist fast bezugsfertig, wenn es auch nicht mehr so schön am Wasser steht.

Mehrmals sind wir bei Alfred und Pauline eingeladen. Fast täglich werden wir mit frischem Fisch und Langusten versorgt.

Mittlerweile läuft auch einer unserer beiden Aussenborder wieder. Wir hängen die Räder unter das neue Dinghi und schieben es zum Wasser.

 

So sind wir wieder mobil, können andere Inselchen erkunden, mit anderen Seglern auf den Motus grillen und in der Lagune schnorcheln gehen - wenn wir nicht arbeiten.

 

So warten wir geduldig auf die UPS-Sendung, die jedoch in Köln liegend, an Tag Nr.8 den sechsten Export-Scan bekommen hat...

Ob das noch was wird... ?  UPS-EXPRESS ? 

29.JULI,  10:20,  ES GEHT INS WASSSER
29.JULI, 10:20, ES GEHT INS WASSSER

20.07.2017

Alle ersichtlichen Arbeiten sind erledigt. Beide Motoren laufen wieder – zumindest kurz, da noch nicht im Wasser.

Die Lichtmaschienen sind seit vier Wochen unterwegs.

UPS-Express – eine Witznummer.

680,- Euro für eine Lieferung, die in 4-5 Tagen hier sein sollte. Express eben.

Die Trackingnummer nicht mehr erreichbar, warscheinlich schon abgelaufen. UPS selber ist nur über eine Emailmaske erreichbar, die aber nicht vorsieht, dass man auf eine Lieferung wartet.... also nicht erreichbar.  

Dazukommend ein Internet, welches nach jedem Klick etwa 3-5 Minuten braucht, um die betreffende Seite aufzubauen. Wenns denn überhaupt läuft. Egal. Besser als nix.

Andere Leute zahlen ein Vermögen, um ein paar Tage auf einen Atoll zu verbringen, wir haben dies gleich inclusive – wenn gleich sich auch nach fast fünf Wochen eine Art Inselkoller einstellt: Wir wollen hier weg.

Mit – oder evt. sogar ohne Lichtmaschienen. Wir warten max. noch zwei weitere Wochen....

 

Und Andi führt nun den Titel      "MASTER OF DESASTER".

 

Immerhin machen wir hier wunderschöne Spaziergänge links, aber auch rechts herum, um dieses kleine Palmen bestandene Motu. Wir baden zwischen den Riffen, schnorcheln in der Lagune oder machen Ausflüge mit dem neuen Dinghi – welches nicht nur pünktlich hier eingetroffen ist sondern auch ausgezeichnet im Wasser liegt und gut ins Gleiten kommt.

Einen mit der Harpune gefangenen grossen Grouper aben wir zusammen mit den Locals gegessen. Noch zappelnd ins Feuer geworfen und nach 15 Minuten essfertig. Polynesisch eben, mit allem was drann und vor allem drinnen ist. Da essen wir doch lieber Fischfillets, mal mit Reis, mal mit Spaghetti.

Mittwoch wieder ein Tag, mit Laune im Keller: Hatten wir vergangene Woche eine Einkaufsliste abgegeben, mit Einkaufswünschen, die für uns in Nihutahi, Apataki-“Town“ besorgt werden. Heute, Mittwoch, bringt Opi die Einkäufe mit:

Kartoffeln z.T. angegammelt, Zwiebeln, Käse und Milch okay aber das Backpulver als einen harten Klumpen, Mehl auch nur mit Hefe inside – und voller kleiner Käferchen und Würmchen...

 

So sucht, siebt und sammelt Petra die Tierchen, um mit dem Käfermehl zu backen. Es gibt ja nichts anderes.

Weiterhin gibt es kleine Äpfelchen, wenn auch etwas mehlig, aber Ansprüche stellen, auf dieser Insel...... besser nicht !

 

Es ist Samstag, der 29.07. als BONAFIDE wieder ins Nasse kommt.

Die Prüfung der Bilgen ergibt, dass eines der WC-Seeventiele undicht ist.

Mit Siliconknete wird es unter Wasser abgedichtet bis es in Papeete ein neues Seeventiel geben wird. Gut dass wir zwei Toiletten haben.

 

Abends sind wir eingeladen um mit Jean-Baptiste und Tiphane von der SY-SEQUOIA zu Grillen. Am Ufer machen wir ein grosses Feuer und später wird über der Glut auf einem Grillrost gegrillt.

Es gibt Rindfleisch aus Neuseeland und Kartoffelsalat und es wird ein wunderschöner Abend.

Immerhin „schwimmen“ wir wieder.

Montag Morgen gehen wir ankerauf, dass heißt, es muss zuerst getaucht werden, da sich die Kette mehrmals um einen Boomie gelegt und sich nicht freiwillig lösen lässt.

Dann, letzte Blicke an Land, zur Carenage und mit ausgerollter Genua geht es Richtung Südpass.

Zwei Stunden später ist dieser erreicht und wir verlassen Apataki mit Kurs Papeete, 238sm, zusammen mit der SEQUOIA, ein Racer aus Speerholz, der bei 14m Länge ganze 5,0 To auf die Waage bringt.

Wir laufen mit bis zu 9kn Raumschots, bei herrlichem Kaiserwetter als plötzlich kein GPS-Signal mehr vorhanden ist.

Totalausfall.

30 Minuten später wissen wir, dass es nur die GPS-Antenne ist und haben bereits die Reserveantenne eingerichtet.

Zu früh freuen wir uns auf die Ankunft in Papeete am nächsten Tag gegen 16:30. Der Wind wird nachts immer schwächer, bis wir am nächsten Tag nur noch 2,5kn laufen und generft die Segel streichen und den BB-Jockel starten. So werden aus den prognostizierten 30 Std. etwas über 48 – was soll´s...

 

Nun freuen wir uns auf den grossen Carrefour-Markt und schmieden Pläne, was alles gegessen werden könnte – obwohl wir mittlerweile beide grün und angeschlagen sind.

So werden die Lebensmittel- wie auch die Technik-Einkaufslisten immer länger.

Mittwoch der 02.08.17 um 07:45 laufen wir durch den Zentralpass vor Papeete in die innere Lagune bis auf die Westseite und gehen auf dem Schelfsockel vor Anker.

Nicht wirklich einfach mit nur einem Motor und Strömung...

 

Kurz darauf kommen unsere Nachbarn vom Schiff nebenan:

Es sind Michael und Doris mit ihrer MIDO, Segelfreunde seit fünf Jahren, die nie in den Pazifik wollten.  

 

Der Carrefour-Markt macht mit uns ein gutes Geschäft, wir haben Nachessbedarf.

Zwei grosse Einkäufe sollen reichen für die nächsten acht Wochen...

Neues Motoröl und eine neue Starterbatterie eingeschlossen.

Und es gibt neuseeländische Rindersteaks...

 

Jetzt braucht es nur noch einen guten Monteur, der unsere Motoren wieder auf Trab bringt und alle Kleinigkeiten wegrepariert.

Diesen fanden wir leider nicht, aber wir haben gelernt unsere Technik zu überlisten...  

 

Wir bleiben vier Tage in der Opohuno-Bay auf Moorea. Vier Tage schlechtes Wetter.

Als wir weiter wollen ankert plötzlich Rik, mit seiner MASQUENADA vor uns. Ein schönes, wenn auch kurzes Wiedersehen. Haben wir doch drei Länder gemeinsam bereist und waren mehrere Jahre zusammen.

 

Nach Borabora sind es 134sm, eine Nachtfahrt.

Da nachts der Wind einschläft und es für den Rest der Tour zeitlich eng werden könnte entschliessen wir uns Raiatea anzulaufen und zwischen zu ankern.

Die grosse Lagune von Raiatea wirkt wie ausgestorben. Es segeln keine und es liegen nur vereinzelte Boote in Marinas und an Moorings. Dutzende Bojen frei – wie ungewöhnlich.

Wo sind die alle ?

Hat der Sturm im Februar die vielen Charteryachten zerstört ? Gespenstische Stimmung.

In der Apu-Bay legen wir uns an die freie Mooring einer Perlfarm.

 

Gleich am nächsten Morgen segeln wir weiter nach Borabora. Diese schönste Insel der Welt kennen wir bereits aus den vergangenen Jahren.

Im Internet des Borabora Yacht Clubs laden wir die Wetterdaten für die kommende Woche und klarieren bei den Behörden offiziell aus.

 

Alles klappt und wir sind guter Dinge nun zügig weiter zu kommen. Jetzt nur noch die letzten XPF (das französisch-polynesische Geld) auf den Kopf hauen und wir sind wieder frei.

Es wird eine lange Tour, knappe 1.000sm...

Ziel ist das etwa 120sm vor NIUE liegende Beveridge-Reef, ein Ort zum einsamen Ankern in rundherum etwa 4000m tiefem Blauwasser.

We will seeeeee !

 

In unserer relativ einsamen Lieblingsbucht im Südosten von Borabora verweilen wir noch drei Tage. Eine schöne Zeit. 

Ein paar weitere Tage verbringen wir wartend vor dem Yacht-Club bis das angekündigte Starkwindtief durchgezogen ist, dann geht es los:

 

 

 

DIE GROSSE ÜBERFAHRT:

 

Am Samstag, 20.08. machen wir die Mooring los und motoren durch den Riffgürtel in freies Wasser, gleich um 09:00 nach dem Frühstück.

Draussen setzen wir unsere beiden Genuas und lassen uns ziehen, von etwa 24kn achterlichem Wind über eine noch relativ unruhige See mit ca.4,0m Welle.

Absprung. Endlich...

In den ersten 24 Std. segeln wir ein Etmal von 135sm, abzuziehen von den ursprünglichen 1060sm, dass entspricht ziemlich genau der Entfernung Ratingen–Gibraltar.

 

An Tag Nr.2 haben wir einen recht grossen Mahimahi an der Schleppangel.

Mit 1,62m ist er nur drei Zentimeter kleiner als Petra.

Uns ist beiden übel, daher wird der Fisch nur ausgenommen und portioniert. Er kann wegen seiner Grösse auf Deck nicht gehandelt werden. Er hat mächtig dicke Knochen, zu viel für unsere Geflügelschere. Andi übergibt sich mehrmals beim Zerstückeln und Ausnehmen.

Alles hat eben einen Preis. Nun passt der Fisch zumindest in den Kühler.

 

Über Funk erreicht uns die SEQUOIA, Jean-Baptiste und Tiphane.

Sie wollen uns überreden noch ein paar Tage in die Lagune von Maupelia zu kommen.

Dieses Atoll ist recht einsam und liegt beinahe auf dem Weg.

Leider nein - lieber nicht ! Wenn man auf dem Weg ist, bei einer Tour wie dieser, möchte man diese am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen. Sorry !

 

Montag ist es etwas ruhiger. Erst jetzt wird der Fisch filetiert, gebraten und sauer eingelegt.

Gut für etwa 10-14 Tage jedoch recht viel Arbeit.

Nicht einfach bei der Schaukelei, da man sich ständig festhalten muss.

Der Wind beruhigt sich wie angekündigt und auch die Welle wird in den nächsten Tagen deutlich weniger.

Jetzt haben wir unseren Seerhytmus gefunden und sind nicht mehr grün.

Entspanntes Segeln bei viel Sonne und Leichtwind an Tag Nr.3. Über Funk haben wir Kontakt zur CAPE DEE, einer Familie mit zwei Kindern aus Hawai auf einer 9m-Yacht mit Ziel Fiji. Ebenfalls über Funk lernen wir Julius auf seiner TRINIDAD kennen.

Er kommt aus Sao Paulo / Brasilien, spricht aber perfekt deutsch.

Er hat sein Boot erst Ende September in Frankreich gekauft erzählt er und ist nun fest entschlossen dieses in Noumea wieder zu verkaufen.

Er segelt eine Dehler 39, ein elegantes, schnelles Schiff – aber er habe eindeutig "genug

von dem vielen Salzwasser und der Schaukelei".

Auch die SEQUOIA soll in Noumea / Neu Caledonien verkauft werden.

Der Wind ist mittlerweile gänzlich eingeschlafen und um nicht dümpeln zu müssen, motoren wir mit gesetzten Segeln und laufen so noch mit 4-5 Knoten.

 

Der einzige Kontakt zu anderen sind die beiden Funkanlagen.

Mit der kleineren VHF-Funke funken wir über Kurzstrecken bis zu 40sm zu anderen

Yachten die wir auf dem AIS sehen.

Mit der SSB-Anlage klinken wir uns in des tägliche South-Pacific-Net auf 8173khz ein und erfahren so Standorte, Wettersituationen und auch Erlebnisse anderer Segelcrews in dieser riesigen Weite.

Wie hängt man doch an seinen Artgenossen, wenn´s einsam wird.

 

Nach vier ganzen Tagen haben wir Bergfest, die ersten 530 von 1060sm auf dem Weg nach Niue.

Unsere Etmale (Tagesdistanzen) liegen immer um die 130sm, wir sind recht langsam.

Es gibt jetzt nicht nur vor Fahrtantritt selbst gebackenes, leckeres Körnerbrot und Kuchen sondern auch eingelegten, saueren Mahimahi.

Und Petra hat Angelverbot. Im Kühler liegen noch 15kg eingelegte Fischfilets...

Die See ist gnädig ohne viel Wind.

Wir lassen uns Audiobooks vorlesen, hören Musik, spielen oder lesen.

 

 

 

 

 

ÜBERFAHRT - Teil 2   ( oder: Eine Reise in einem Cocktailshaker )

 

Nach dem Bergfest wird das Wetter, bzw. der Wind schlagartig mehr. Es bläst heute mit 23, etwas später mit 21kn. 

Der Seegang war schon vorher merklich stärker geworden. Erstaunlich...

Dies ist auch das eigentliche Problem: Bei einem Seegang von 4m+ muss man sich ständig irgendwo festhalten.

Unsere Etmale steigen bis auf 185sm, wir werden schneller.

In den Surfs, die Wellen herunter macht das Boot an die 10kn

um in der "Saugphase" die nächste Welle hoch wieder auf 3kn abzubremsen. Dazu noch die Seitlichen Bewegungen von den Wellen...

Leider ist in einem dieser Surfs das Schanzkleid unter dem Cokpitt

(ein Wellenabweiser von unten) abgerissen, so dass nun jede Welle, die wir surfen von unten etwa 1,0m hoch ins Cockpitt spritzt. Direkt vor der Tür.

Also segeln wir nur noch mit geschlossener Schiebetür damit der Salon trocken bleibt.

Die Bootsbewegungen sind extrem. Und auch die Geräusche:

Ins Wellental krachend hört es sich an, als ob man eine Badewanne aus dem 10. Stock wirft. Wie lange dies das Material mitmachen wird wollen wir uns lieber nicht vorstellen.

Wir nehmen das Grosssegel ganz weg und laufen nur mit halber Genua noch immer Topspeed. Die Erschütterungen sind heftig. So gibt es an unserem Bordcomputer nun kein Mauspad mehr

– ausgefallen - defekt.

Gut dass wir eine USB-Maus als Reserve dabei haben.

 

Es ist eine Tour zum Abgewöhnen. Da würde man das Boot am liebsten abgeben.

Es ist aber auch ein wenig wie Brainstorming:

Es entstehen viele schöne Pläne für die Zukunft....

Zwei Tage vor Niue kommt ein Neuseeländisches Boot auf Kollisionskurs bis auf eine halbe Meile aus 150° achtern auf uns zu und segelt dann etwa eine Meile schräg hinter uns.

Über Funk hatte Andi Kontakt aufgenommen, da beide AIS Systeme Daueralarm ausgeben.

Please ceep clear !

Der Kiwi meint daraufhin, dass wir das Windwardboat wären und uns daher von ihm freizuhalten hätten.

Ha ! Mit 1sm Abstand nach vorne ?  Das muss mir mal einer erklären.

Er wird richtig penetrant, bis wir die Genua ganz raus lassen und Gas geben.

Komischer Vogel, dieser Kiwi. Da hat man um sich herum 1000de Meilen freies Wasser

und dann sowas.... 

Wir hatten schon öfter gehört, dass Neuseeländer "komische Vögel" seien.

 

Samstag Abend sind wir nur noch 40sm von Niue entfernt und schätzen unsere Ankunft auf 00:00 bis 03:00 Uhr. Landung im Dunkel der Nacht.

Ohne Mond. Egal ! Hauptsache Ruhe. Um Niue herum ist das Meer bis zu 4000m tief und Riffe gibt es nur unmittelbar vor der Steilküste.

Wir nähern uns mit 2sm Sicherheitsabstand und Radar in stockschwarzer Nacht der unbeleuchteten Küste.

Über Funk melden wir uns an. Eine schläfrige Stimme wünscht uns Willkommen und einen guten Aufenthalt auf Niue.

An Mooringtonen festgemachte Yachten konnten wir mit Hilfe des Suchscheinwerfers gut finden. Beim Suchen, nach einer freien Boje faucht es plötzlich neben uns recht laut.

Wir haben ein paar Wale geweckt, die offenbar zwischen den Booten, in nur 20m tiefem Wasser zwischen ankern, nein schlafen.

 

Leider finden wir keine freie Boje. Nicht eine einzige... Lange kreuzen wir die Küste von Nord nach süd und andersrum. Es liegen schon mehrere Yachen am Anker.

Erste Stimmen überlegen schon weiter zu fahren.... NEIN ! Auf keinen Fall, bei der Wettervorhersage.

Also eine möglichst flache Stelle gesucht und runter mit dem Anker. Es ist mittlerweile 04:45 Uhr, wir müssen in die Koje.

Der Anker liegt nicht fest, auf den hartem Korallen aber es hat nur wenig Wind. Es rumpelt heftig, wenn die Kette über die Korallen zieht.

 

Morgen sehen wir weiter...

 

( Wir schämen uns für die Korallenschäden ! )

 

 

Geschafft !! 

Ganze 186 Stunden, meist im Liegen – im Salon. Und täglich gibt es lecker eingelegten Mahimahi. So schmeckt die Südsee.

Über SSB-Funk bekamen wir täglich Air-mails und frische Wetterdaten per WINLINK.

Auch von Ferdinand (SY LAPALOMA) in der Karibik.

Vielen Dank euch allen, auch Ferdi !!

Wir sind heilfroh diese Tour nun geschafft zu haben. Quer durch ein Seegebiet, dass oft als „The Dangerous Middle“ bezeichnet wird.

 

Warum nur ?

 

 

Ab heute soll es hier mit über 30kn blasen. So der Wetterbericht. Wie schön, dass wir nun sicher in Lee der Insel liegen. Ohne Wellen oder grössere Dünung.

 

 

VON RECHTS NACH LINKS,  BOBABORA TO NIUE = 1060sm.  UNTERBRECHUNGEN WEGEN ZU HOHEM SEEGANG UNMÖGLICH
VON RECHTS NACH LINKS, BOBABORA TO NIUE = 1060sm. UNTERBRECHUNGEN WEGEN ZU HOHEM SEEGANG UNMÖGLICH
NÄCHTLICHES ANLAUFEN VON NIUE MIT RADAR UND SICHERHEITSABSTAND
NÄCHTLICHES ANLAUFEN VON NIUE MIT RADAR UND SICHERHEITSABSTAND

 NIUE ISLAND

 

NIUE            19°02´15 S 169°56´65 W             ( News from tomorrow only ! ) 

 

 

Noch nie NIUE gehört?     Es wundert nicht:  Es ist der kleinste Staat der Erde mit nur ca.1600 Einwohnern.   Niue ist aber auch der grösste Korallenkopf der Welt.

 

Die Insel ist eines der grössten noch existierenden Hochatolle.

Sie liegt in etwa 4000m tiefem Wasser, erhebt sich bis zu 68m über das Meer und ist rundherum von einer 30-40m hohen Steilküste umgeben. Es gibt eine kleine Badebucht auf der Westseite der Insel. Jedoch nur bei Ebbe !

Das innere ist flach und wird selten landwirtschaftlich genutzt.

In den 12 Dörfern leben rund 1.000 Menschen. Etwa die Hälfte davon im Hauptort Alofi. Hier leben auch Kiwis, Samoans, Inder, wenige Aussies und ein paar Europäer.

Niue ist heute die kleinste parlamentarische Demokratie. Man spricht niuanisch mit zwei absolut unterschiedlichen Dialekten, eine Sprache die sich aus dem tonganischen gebildet hat.

Der Verkauf von Briefmarken sowie handgearbeiteter Souveniers sind neben Tourismus die Haupteinnahmequelle Niues.

Auf der Insel leben allerlei giftige Tiere. Also Vorsicht !

Allen voran die hier vorkommende Niueschwarzschwanzschlange.

 

Niue wird immer wieder von tropischen Wirbelstürmen verwüstet und ist bis heute von neuseeländischen Hilfszahlungen abhängig.

 

Bedauerlicherweise gibt es keinen Hafen. Yachten liegen an Mooringtonnen im Seegang auf Reede und man fährt mit dem Dinghi zum Kran an Land.

Ein weiterer Grund warum diese Insel so selten angelaufen wird.

In Niue gibt es einen Radio- und einen Fernsehsender sowie ein Internet-Café.

Die Nachrichten werden vom neuseeländischen Fernsehen übernommen. Die Insel hat die gleiche Uhrzeit wie Auckland.

Da Niue aber auf der anderen Seite der Datumslinie liegt ( also 1 Tag vorher ) ist es einer

der wenigen Orte dieser Erde, an denen man stets 

nur die Nachrichten „von morgen“

sehen kann.

Beeindruckend und überaus aktuell.

Auf Niue kommen bereits heute mehr als 80% der Energie aus Wind und Solarstrom.

 

 

 

MOORINGS, WALE UND DELFINE

 

 

Sonntag früh ankern wir um. Ein 4-Stunden-Manöver. Petra im Wasser, schnorcheld guckend, ob der schon halb herabgelassene Anker in 19m Tiefe auch wirklich in eines der kleinen Sandpaches fällt. Mit grossen Auftriebskörpern halten wir die Kette über den Korallen.

Der 4. Versuch wird für gut befunden.

Endlich !..... Gar nicht so einfach. 

 

 

 

Montag früh erhalten wir einen Funkspruch, wir könnten zum Einklarieren an Land kommen. 30 Minuten später fahren wir zusammen mit Julius an Land. Julius kannten wir nur von der Funke und hatten ihn bei unserem zeitaufwändigen Ankermanöver zwischen Korallen im Wasser mit Taucherbrille zum ersten Mal gesehen.

Mit einem Elektrokran wird an Land schnell das Dinghi aus dem aufgewühlten Wasser gekrant und mit Hilfe eines kleinen Slipwagens auf einen der aufgemalten Dinghiparkplätze oben auf der Betonpier abgestellt. Ordnung muss sein.

Die freundlichen Beamten stehen mit Fahrzeugen an der Pier und in 20 Minuten sind im Auto die Pässe gestempelt und wir sind eingereist – ohne dass jemand an Bord kommen möchte oder unsere Vorräte kontrolliert.

 

Der erste Weg an Land führt in die KIWI-BANK. Hier bekommen wir druckfrische New-Zealand-Dollar allerdings nur mit der Kreditkarte.

In der Bank lernen wir Elsmarie aus Deutschland kennen, vor zwölf Monaten nach hier ausgewandert kennt sie die Insel bereits. Es gibt viele gute Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten. Sie fährt uns auch gleich zu einem Autovermieter, bei dem wir gleich morgen für 40,-NZ/Day einen Leihwagen bekommen.

 

Um diesen fahren zu dürfen macht Andi schnell noch den NIUE-Führerschein. Bei der Polizei, innerhalb einer halben Stunde, für ganze 12,50 NZ. Ein nettes Souvenir.

 

Elsmarie hat viel Zeit und so bringt sie uns noch zu einem Supermarkt wo wir gleich wieder die Frischvorräte auffüllen können. Wie einfach...

Später treffen wir noch ein paar andere Deutsche, die bereits seit 8 Jahren zufrieden hier auf Niue leben.

Der Ort Alofi ist sehr übersichtlich. Vor Allem fällt uns die niuanische Gelassenheit auf, wie langsam sich die Autos bewegen, wie sich alle winken, begrüssen und wie zufrieden die Menschen auf uns wirken. Offiziell leben hier etwa 1600 Menschen von denen jedoch 600 ständig „oversea“ also im Ausland sind. Etwa 20.000 Nachkommen aus Niue leben dauerhaft oversea. Die meisten in NZ. So seien die auf der Insel verbliebenen Menschen älter oder nicht die schlauesten.

Dies merke man wie sie ihre Häuser bewirtschaften, eine gewisse Lethargie an den Tag legen oder verschiedene Geschäfte einfach nicht machen, hören wir. Wer weiß ?

Auf jeden Fall sind sind sie freundlich.

 

So beschliessen wir unseren ersten Tag auf Niue mit einem neuen Manöver: Eine Mooring ist frei geworden, wir fragen über Funk und verlegen im restlichen Licht der Abenddämmerung an diese Boje. Endlich Safe !

 

Ein besonderes Erlebnis sind unsere Walbeobachtungen von hieraus.

Es sind Buckelwale, die ganz nah, neben und zwischen den Booten durchschwimmen.

Auch nachts hören wir ihr Blasen ganz nah neben dem Boot.

Auch riesige Delfinschulen schwimmen gemächlich durch die Bucht.

Es sieht aus, als würden diese Tiere auch das schützende Lee der Insel suchen.

 

 

 

TOTALVERLUST

 

Bereits Montag hat hier mit grosser Aufregung der Totalverlust eines Catamarans im zu Niue gehörenden Beveridge Reef die Runde gemacht.

Genau zu dem Zeitpunkt wo wir auch dort gewesen wären - hätten wir nicht wegen des 4-m-Seeganges unsere Ankerpläne verworfen.

Eine 4-köpfige Familie aus England. Alle Personen konnten von einer anderen Yacht abgeborgen und übernommen werden, das Schiff aus Kunststoff ist jedoch auseinander- gebrochen und gesunken.

 

Sie verlieren alles,

bis auf ein paar Habseligkeiten die in 4 Rucksäcke passen.

 

Donnerstag kommt die Mannschaft des Havaristen auf einer anderen Segelyacht in Alofi an. Es sitzen viele Offizielle an der Pier und warten. Es sieht fast aus wie ein Staatsempfang. Neben einem Kredit bekommen sie erst einmal Unterkunft und Verpflegung.

Shit happens.

 

 

Wir hatten unsere Beveridge-Riffpläne wegen der hohen Wellen schnell verworfen und waren direkt nach Alofi gelaufen.

                                       Die richtige Entscheidung    -    Glück gehabt !

 

 

 

 

 

 

Dienstag und Mittwoch erkunden wir die Insel mit einem Leihwagen.

Ein schwerer Mietjeep.

Die Straßen sind sehr schlecht und die zahlreichen Schlaglöcher sind 10-15cm tief.

Man verhandelt bereits mit China die Straßen reparieren zu lassen hören wir, 

im Tausch gegen Fischereirechte......

Mehr als die Hälfte aller Häuser wurden aufgegeben und verfallen. Oft sogar noch möbliert und eingerichtet sind die Besitzer oversea und arbeiten in NZ oder anderswo. Oft sieht man Housekeeper das Gras um die Gebäude mähen.

 

Die Insel hat entlang der Küste mehrere wirklich sehenswerte, spektakuläre Canyons, Höhlen oder Buchten. Wir halten an auf der kaum befahrenen Küstenstraße und laufen die Seatracks.  Kleine, liebevoll angelegte Wege führen runter zum Wasser.

Petra geht sogar schwimmen in den Pools, bei Wassertemperaturen um 22°.

 

Dieser Tag endet, wie mehrere andere auch im indischen Restaurant von Nandi. Die indische Küche macht süchtig.

Gegen 21:00 läuft die SEQUOIA mit JB. und Tiphane ein. Beide total erschöpft nach 8 Tagen auf See mit noch stärkerem Seegang. Sie ankern fürs Erste – genau wie wir.

 

Donnerstag haben wir uns mit der auf Niue niedergelassenen Deutschen verabredet. Elsmarie. Wir holen sie mit dem Dinghi an der Pier ab und besichtigen unser Boot.

Sie war noch nie auf einer Segelyacht und Abwechlung gibt’s ja hier nicht all zu oft.

Ihr Sohn möchte eine Autovermietung auf Niue eröffnen und hat bereits 12 PKW vor der Tür stehen, bekommt nun jedoch keine Genehmigung das Geschäft zu betreiben...

 

Der Wind scheint eine Pause einzulegen und so wollen wir in den nächsten 48 Stunden mit moderaten Winden nach Vava´u in Tonga segeln.

Wenn auch ein wenig spontan.

 

Gegen 17:00 lösen wir die Mooring und ziehen die Segel hoch.

Kurs Tonga.

246sm sind es bis in die Inselgruppe Vava´u, eine Kleinigkeit nach so langen Distanzen.

Wir segeln zusammen mit der deutschen SY-SYMI und Julius auf der TRINIDAD.

 

 

 

AUF NIUE ISLAND.....


KÖNIGREICH TONGA

 

Die Inseln Tongas sind bekannt bekannt als „the friendly Islands“. Ein aus 170 Inseln und Inselchen bestehender Inselstaat, der sich über etwa 400sm von Nord nach Süd entlang der hier verlaufenden Datumsgrenze ausdehnt.

Tonga liegt mit seinen Vulkaninseln im Gebiet des pazifischen Feuerrings. Hier schiebt sich die pazifische Platte pro Jahr etwa 10-25cm ( !!! ) unter die australische Platte und hebt so den Meeresboden nach oben.

So konnten sich flache Inseln wie Tongatapu bilden. Gefährlich aber auch, da sich durch Vulkanismus schon öfter kurzfristig neue Inselchen gebildet haben – Inseln, die noch nicht kartografiert sind, also auf unseren Seekarten nicht verzeichnet sind. Also Vorsicht !

 

                         VORSICHT AUCH BEI NACHT:

 

    Inseln sind in Seekarten etwa 0,25sm nach WEST verschoben

 

Von Nuku Alofa, der Hauptinsel regiert der tonganische König

ʻAhoʻeitu ʻUnuakiʻotonga Tukuʻaho“unter dem Namen TUPOU VI

und wacht über sein aus 26 Abgeordneten bestehendem Parlament

sowie über seine knapp 100.000 meist übergewichtigen Einwohner.

Man isst hier gerne viel und traditionell sehr kalorienreich.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 69 Jahren, die Kindersterblichkeit ist mit 1,5% entsprechend hoch.

Die Tonganer sind überwiegend Christen.

Nur ca. 2% sind Analfabeten denn es gibt eine Schulpflicht, zumindest bis zum 12.Lebensjahr.

 

Wenn gleich auch die Unruhen der letzten Jahre vorbei scheinen, 

kämpft noch immer die Demokratiebewegung für eine demokratischere Zusammensetzung des Parlamentes, in dem der König auch die 17 Sitze für Vertreter des gemeinen Volkes mit seinen Interessenvertretern besetzt hält.

 

So hören wir, dass der König nur ein paar Tage vor unserer Ankunft sein Parlament aufgelöst hatte. Warum auch immer. 

 

Tonga ist durch verschiedene Fehlinvestitionen heute stark verschuldet.

Eine angeschaffte Boing 757 z.B. flog nur ein paar Mal, da von den 300 Sitzen nur wenige gebucht wurden.

Tonga ist bekannt für seine über-liberale Rechstauffassung wie z.B. bei Kino.to.

Auch verkauft man hier Pässe an anderenorts nicht geduldete Personen

 

Ebenso kann man über Tonga seinen derzeit nicht benutzten Sateliten parken.

Man hat Ideen und ist recht einfallsreich um Einnahmen zu generieren.

 

 

 

 

 

 

VAVA´U Inselgruppe / Tonga      18°39´ S 174°02´ W

 

( sprich "wawa-u" )

 

Mit einem freundlichen "Malo e lelei"!!  begrüssen uns die Offiziellen in Neiaafu.  Willkommen in Tonga.

Bei Kaffee und Wasser klarieren wir ein, 2,5 Stunden lang...

Sie sind stolz ein Königreich zu sein, das einzige Königreich im Pazifik.

Dachten wir ernsthaft wir wären Samstag angekommen - weit gefehlt:

Da Tonga seine Zeit an Neuseeland angelehnt hat, ist es bereits Sonntag hier.

Gleiche Zeit, nur 24 Stunden weiter.

 

Erneut erfahren wir, dass König Toupo VI vor kurzem sein Parlament auflösen musste,

derzeit arbeiten viele Beamte einfach nicht - Tonga taumelt....

Montag besichtigen wir den Boadyard, befinden die Werft für gut und buchen spontan unseren Haulout. 

Unser Boot bleibt also über die Cyclonseason hier auf Vava´u.

 

Dienstag kümmern wir uns um die Rückflüge. Unglaublich wie viele Möglichkeiten es gibt. Suva, Auckland, Singapore, Dubai oder Abu Dhabi... 

Man fliegt über Asien.

 

 

Ab Mittwoch geht es erst einmal zwischen die Inselchen zum Relaxen und zum Rifftauchen unter Freunden...

haben noch 4 Wochen Zeit....

 

Viele Yachten kennen wir bereits. So wünschte man uns schon bei der Ansteuerung auf Neiafu an der Funke

"Hey Bonafide... Welcome to Tonga..." 

( Das AIS-Signal sieht man meilenweit )

 

 

 

 

SEACHART  VAVA´U       ( NORD=LINKS ! )
SEACHART VAVA´U ( NORD=LINKS ! )
SWIM WITH THE WHALES - EIN GÄNSEHAUTERLEBNIS
SWIM WITH THE WHALES - EIN GÄNSEHAUTERLEBNIS
BIS AUF WENIGE METER LASSEN SIE UNS HERAN
BIS AUF WENIGE METER LASSEN SIE UNS HERAN

 

 

 

 

GUTMÜTIGE RIESEN   -   ZEIT MIT DEN WALEN

 

In den Monaten August und September kann man hier in VAVA´U die Humpbacks, die grossen Buckelwale beobachten, lesen wir. Sie bringen hier zwischen den gut geschützten Inselchen  ihre Kälber zur Welt.

Wir waren diesen Walen schon oft recht nahe nur noch nie so nah wie hier, diesmal sind wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort...

 

Es ist nicht einfach diese Tiere aus der Nähe zu sehen, leben sie doch unter Wasser.

 

Mit Tauchanzügen und Kameras bewaffnet sitzen wir an Bord eines Motorbootes um zunächst nach dem Blas der Tiere am Horizont zu suchen.

Es sind viele Wale hier. Immer wieder sehen wir die weissen Blasfontainen.

Sie sind recht scheu. Wenn sie die Motorgeräusche warnehmen tauchen sie einfach unter allem hindurch. 

 

Nach fünf Stunden sichten wir eine Gruppe, bestehend aus sechs Tieren, die alle kurz hintereinander auftauchen, abblasen und Luft holen.

Im Wasser sehen wir sie dann aus der Nähe, sie tauchen knapp unter uns hindurch, ohne jedoch ihren Kurs zu ändern.

Gänsehautfeeling.

Stunden später finden wir eine Walkuh, die gerade ihr Junges säugt.

Wir dürfen uns vorsichtig schwimmend nähern ohne dass die Kuh nervös wird.

Ganz deutlich hören wir die Gesänge, die Kommunikation zwischen den Tieren.

Nach 20 Minuten haben sie keinerlei Scheu mehr und wir dürfen das Kalb sogar berühren, als es neugierig auf uns zu kommt.

 

Vor der Mutter haben wir grossen Respekt. Könnte sie doch mit ihrer grossen Fluke ordentlich austeilen...

Das Kleine muss öfter Luft holen, während die Mutter senkrecht stehend 

etwa 5m unter der Wasserlinie verbleibt, uns beobachtet und dann weiter säugt.

 

UNBESCHREIBLICH !

 

Wir ahmen die Gesänge der Wale nach und sind vielleicht deshalb für die beiden interessant. So vergeht fast eine Stunde in allernächster Nähe dieser gutmütigen Riesen.

Nach acht Stunden sind wir zurück an Bord, voller Eindrücke und Erlebnisse mit diesen riesigen Meeressäugern.

 

 

 

 

 

 

EIN JUNGER BUCKELWAL - RECHT NEUGIERIG......  ANDI DARF IHN NACH 30 MINUTEN SOGAR STREICHELN
EIN JUNGER BUCKELWAL - RECHT NEUGIERIG...... ANDI DARF IHN NACH 30 MINUTEN SOGAR STREICHELN
AUF VAKAEITO
AUF VAKAEITO

 

 

 

 

VAKAEITU      18°43´36S   174°06´13W

 

Eine zu 270° geschlossene, gut geschützte Ankerbucht gibt es auf der Insel Vakaeitu. Optimal um eine 10-tägige Starkwindphase auszusitzen.

Hier lebt David, mit seiner Frau Hika und fünf seiner zehn Kinder

( die anderen gehen in Nukualofa zur Schule )  zusammen mit Daisy, der Frau des ältesten Sohnes.

Alle schlafen in der gemeinsamen Hütte, etwa 6x3 Meter gross. 

Wir können ihren defekten Rasenmäher wieder zum Leben erwecken

und sind schnell integriert. Samstag sind wir zum Dinner eingeladen.

Es kommen auch Freunde und ein paar andere Yachties, die bereits seit 15 Jahren hierher kommen.

Mika und Daisy servieren 10 verschiedene tonganische Speisen,

jede einzelne ein Genuss.  So gibt es gebratene Taroblätter mit Cornedbeeffüllung, Groufer mit Annanas süß-sauer, kross gebratene

Brotfruchtchips, Chickencurry Teriacki, gekochte Yamwurzeln als Beilage,

Reis-, Nudel-, Kartoffel- und frische Salate, mit Papaya und Annanas

Im schein der Taschenlampen, denn es gibt keinen elektrischen Strom.

Wir sitzen unter einem 250 - 300 Jahre alten Boombaum, der bereits zig Luftwurzeln stammdick ausgebildet hat.

Gespenstisch im Dunkeln.

 

Erstaunlicherweise essen die Locals nicht mit uns. 

Nein, nein, dass Essen sei für uns....

Erst als wir richtig satt sind setzen sich die Locals und essen was wir übrig gelassen haben. 

Fatal: Freundlich wäre es gewesen, wirklich alles auf zu essen....

Die jüngsten beiden Töchter geben noch Tanzeinlagen zu selbst gespielter Musik, bevor sich die Männer und Gäste mit Neuseeländischen Hits

aus einem Handy an das Lagerfeuer zurückziehen....

 

Tongan Feast nennen sie dies,

ein toller Abend !!

 

 

FAKAEITU  ISLAND
FAKAEITU ISLAND

 

 

 

 

 

 

 

OFU   18°41´54S   173°57´60S

 

Auf OFU, einer Insel im Osten leben etwa 200 Personen in liebevoll gestalteten Häuschen an der Leeseite der Insel am Wasser.

Die Menschen sind absolut nett und aussergewöhnlich freundlich.

Wir bekommen innerhalb von 30 Minuten zwei Breadfruids und zwei Fische geschenkt. Einfach so.

Sie freuen sich, dass wir ihre Insel besuchen und halten gerne mit uns Smaltalk.

MAINROAD AUF OFU
MAINROAD AUF OFU
HAIE WERDEN NICHT GEGESSEN. SIE EIGNEN SICH JEDOCH TOT GUT ZUM SPIELEN
HAIE WERDEN NICHT GEGESSEN. SIE EIGNEN SICH JEDOCH TOT GUT ZUM SPIELEN

 

 

 

FETOKO   18°41´23S  173°57´48W

 

Auf der nur 75m grossen, kreisrunden Insel FETOKO haben Ben und Lisa aus den USA ein Resort eröffnet.

Ein paar liebevoll eingerichtete Hütten, ein Baumhaus, eine offene Küche mit offenen Gesellschaftsräumen.

Unglaublich, wie einfach man mit schöner Dekoration eine angenehme Atmosfäre schaffen kann.

Ihre Walexkursionen haben wir bereits in Neiafu kennen gelernt.

Der Yogakurs von Lisa wird von Petra und Tiphanne gebucht - und ebenfalls für gut befunden.

 

 

AUCH VON HIERAUS LASSEN SICH WALE BEOBACHTEN
AUCH VON HIERAUS LASSEN SICH WALE BEOBACHTEN

 

 

 

 

LOLO   18°42´13S    173°55´73W

 

Das Inselchen LOLO ist nicht bewachsen. Eine Mondlandschaft aus spitzen Korallen über die man auch mit festem Schuhwerk nur schwer laufen kann.

Hier gibt es ein Loch in den Felsen, durch dass bei jeder grösseren Welle die Pazifikdünung mit viel Druck nach oben spritzt.

 

Es hat derzeit nicht ganz so hohe Brecher, wir bleiben trocken.

 

 

 

 

KENUTU 18°41´72S   173°55´73W

 

Wenige 100m weiter, auf der Insel KENUTU, hatte ein deutscher Schriftsteller ( wissen nicht welcher )  ein Haus gebaut, von dem bis heute nur noch das Gerippe aus Holzästen übrig geblieben ist.

Ein Trampelpfad führt von der Leeseite durch das dichte Buschwerk

bis zu der Holzruine oben auf den Felsen an der Luvküste.

 

Unten bricht sich die gewaltige Brandung an den mächtigen Felsen.

 

 

 

WÄHREND DAS WASSER IN LEE DER INSELN GEMÜTLICH RUHIG IST, BETRÄGT DER SEEGANG IN LUV UM DIE 4 METER
WÄHREND DAS WASSER IN LEE DER INSELN GEMÜTLICH RUHIG IST, BETRÄGT DER SEEGANG IN LUV UM DIE 4 METER

 

 

 

PORT MAURELLE  18°41´87S   174°01´97W       ( 3 Moorings for free )

 

Auf der Insel VAKATAUMAI liegt eine der bestgeschützten Buchten im Vava´u - Archipel.  Port Maurelle.

Ausser drei gut gewarteten Moorinbojen zum Schutz der schönen Korallen im seichten Wasser gibt es einen Strand aus feinem, weissen Sand, der sich etwa 200m die gesamte Bucht entlang zieht. 

Etwa 10 Yachten können hier liegen oder ankern, wenn auch die Tiefe von anfangs 5m bis auf 35m gleichmässig abfällt. Immerhin gut haltender Sandgrund.

Die Bucht  ist durch die 40m hohen Berge vor dem Südostwind der derzeitig mit 20-25kn bläst sehr gut geschützt. 

 

Wir staunen, als wir gegen Abend im Bett liegend die Walgesänge deutlich warnehmen können.  Ein paarhundert Meter entfernt sehen wir auch den Blas der Tiere, die offenbar hier zwischen den Inselchen ohne Seegang übernachten und abends ausgelassen springen.

 

 

PORT MAURELLE
PORT MAURELLE

Internetconnection very poor !!   sorry for the delay !


WOLKEN ÜBER DEM PARADIES       22.09.2017

 

In sechs Tagen gehen wir an Land - hatten wir gedacht. Flüge sind gebucht, die Segel abgeschlagen und trocken weggestaut.

Wir geniessen die letzten Tage im Vava´u - Archipel und essen die 

restlichen Vorräte.

 

Auf der täglichen Funkrunde tauschen Segler Neuigkeiten aus. Man

erfährt hier dies und das.

Seit längerem wussten wir, dass der König in Nuku Alofa sein 

Parlament aufgelöst hatte.

Wir erfahren heute auf dieser Runde, dass die s.g. Extension, die erforderlich ist, um ein Boot länger als 4 Monate in Tonga zu belassen nun nicht mehr erteilt wird.

Das bedeutet, dass Boote, die nicht innerhalb dieser Frist Tonga verlassen haben, als eingeführt betrachtet und mit 30% ihres Wertes versteuert werden.

 

Der Staat Tonga taumelt.

Viele Ämter sind unbesetzt. Die Opposition und ganz besonders der Verantwortliche für Extensions ist gegen Yachttourismus.

Man wirft den Seglern vor, sie buchten keine Walbeobachtungstouren

und sie lassen zu wenig Geld in Tonga.

Am liebsten hätte man Segler, die ihr Boot im Hafen abstellen und nur das Tourenangebot der Locals buchen.

So droht man nun, bei verspätetem Ausreisen die Yacht an die Kette zu legen, bis alle Steuern bezahlt sind.

Es gibt keinerlei Ausnahmen...

 

 

Ganz dumm für uns, hatten wir einen 6-monatigen Stopp geplant.

Der Boatyard ist bereits bezahlt und unsere Heimreise, bestehend aus vier aufeinanderfolgenden, einzelnd gebuchten Flügen ebenfalls bezahlt.

 

Wir haben nun noch weitere vier Wochen, bis die Cyclonsaison beginnt.

Genug Zeit, um nach Fiji weiter zu segeln.

Zu dumm: Den anfangs geplanten Haulout in der Vuda-Marina in Fiji haben wir fairerweise abgesagt.

 

So heißt es nun wieder neu einzukaufen, die Flüge zu stornieren,

die Segel wieder auszupacken und das Wetterfenster zu suchen um abspringen zu können.

Es geht also weiter. Und die Stimmung an Bord ist entsprechend.

Ob wir einen Platz in Fiji bekommen oder nicht - wir müssen Tonga verlassen. Am besten noch bevor die Cyclonsaison startet.

Stress - ruhig bleiben - was nun ? 

 

So ist derzeit alles wieder offen.  Ob wir nach Fiji segeln oder nach 

Australien.....

We will see.

 

 

Eine Woche später haben wir noch immer keinen cyclonsicheren Abstellplatz gefunden. In Fiji gibt es bereits eine Waitinglist...

Haben Bilder aus der Karibik vor Augen wo Hurrican IRMA 1.000de Yachten an Land gespült hat. Viele Totalverluste....

 

 

Samstag, 24.09.2017

Mehrere schlaflose Nächte weiter fällt der Entschluss, doch noch einmal die Segel zu setzen: Es wird nach Neuseeland gehen. Cyclonsicher und es gibt genügend Platz. Nur leider sehr weit entfernt und sehr, sehr windig da sehr weit südlich.

Über Tongatapu und Minerva wird es gehen.

Notankerplatz auf der Route: Norfolk Island.  

Insgesamt runde 1.500sm....  Dienstag müsste es los gehen...

Der Boatyard hatte sofort unseren Contract gecancelt und uns die bereits gezahlten Gelder wieder frei gestellt.  SEHR FAIR  !!

Die Segel sind bereits wieder angeschlagen.

Wir verfolgen die Diskussionen auf dem Radio-Net und beobachten das Wetter.

Boen bis 54kn - über 100km/h.... Besorgnisseregend.

 

 

 

Montag, 25.09.2017

Vormittags besuchen wir die Offiziellen. Der Boss bestätigt, dass es über 900 Unterschriften gegeben hat, zur Absetzung des alten CEO.  Der Wechsel sei schon nächste Woche Freitag. Wir übergeben einen persönlichen Brief an Customs, die Zollbehörde und erwähnen, dass wir Weihnachten mit der Familie in Deutschland verbringen wollen...

 

Der Beamte ist sich ganz sicher, dass wir die erforderliche Extension bekommen werden.

Keine Rechtssicherheit - aber ein  (sehr) gutes Gefühl.

Wir wollen bleiben ...

 

Die Laune steigt wieder und wir machen uns fertig:

Es geht an Land statt nach Neuseeland und dann nach Hause.

Die Königslösung.....   ( Es wird "schief" gehen )

 

Weil das Wetter wieder windiger werden soll gehen wir gleich Dienstag Vormittag aus dem Wasser.

 

Mit 10 Tonnen sind wir zu schwer für die Zugmaschiene. Es wird noch ein grosser Radlader zur Hilfe gerufen und vorgespannt.

Ganz langsam zieht das Gespann das Boot aus dem Wasser den Berg hinauf. ´Ne Menge PS. 

 

 

Donnerstag 28.09.2017

Wir staunen nicht schlecht als wir hören, dass der Minister für Tourismus persönlich am Boatyard unsere Extension vorbei gebracht hat. GENEHMIGT !  WOW !

So sind wir das erste Boot mit genehmigter Extension in 2017 !

 

 

2017 war eine kurze Saison mit schwierigem Start  -  und das Ende war auch nicht einfach. 

Wir sind heilfroh hier in Tonga bleiben zu können und freuen uns nun auf Familie, Freunde und auf das kalte, verregnete Deutschland.

 

Über Tongatapu, Auckland / NZ und Singapore geht´s zurück nach Deutschland. Im Superjumbo Typ A380 bis Frankfurt.

 


Zur falschen Zeit am falschen Ort:

KARIBIK 2017.....

In Gedenken an alle, die 2017 durch Hurrican IRMA alles verloren haben.

SO VERSTEHT MAN AUCH, WARUM DIE KARIBIK WÄHREND DER HURRICANZEIT NICHT VERSICHERBAR IST.

 

IM SÜDPAZIFIK IST ES SO ÄHNLICH .......