TOUR  2018       TONGA TO DARWIN

VON INSEL ZU INSEL

ROUTENPLANUNG 2018: 

So oder so ähnlich wollen wir in diesem Jahr reisen. Von Tonga bis nach Darwin / Australien werden es an die 4.500sm werden.  Wenn nichts schlimmes dazwischen kommt..


KINGDOM OF TONGA                IM FEBRUAR....    BANGEN UM DAS BOOT

 

 

CYCLON GITA

                                                   12. Februar 2018

 

 

Dieser Tag wird später in die Geschichtsbücher des Königreiches TONGA eingehen.

Es ist Rosenmontag in Deutschland.

Wir sind dem Karnevallstrubel nach Oberbayern, später nach Österreich entflohen und besuchen Freunde und Dennis, der bereits seit Oktober in Liechtenstein arbeitet und in Österreich wohnt.

Bereits in der Vorwoche hatten wir östlich von Fiji ein grösseres Tief bemerkt, das mit ordentlich Wind ( 45kn ) in Richtung Samoa unterwegs war.

Dieses Tief hat sich wenige Tage später ( 09.02.)  zu einem Cyclon verstärkt, mit Wind um die 180km/h.

CYCLON GITA. ( noch Kategorie 1 )

 

Drei Tage später hat GITA seine Zugbahn geändert und rast nun als Cyclon mit der höchsten Kategorie ( 5 ) mit Wind bis zu 280km/h von Niue kommend auf Tonga zu.

Auf den Inseln ( auch auf Niue ) gibt es schwerste Verwüstungen.

Wellenhöhen von 14 Metern werden gemessen. ( passageweather.com )

Wir sind geschockt, antwortet doch der Boatyard auf unsere Email nicht. 

 

Wir bekommen anteilnehmende SMS und WHATS APPs von Freunden, sehen erste Fotos im Internet und

können es kaum fassen.

Tausende werden obdachlos, ihre Häuser einfach weggeweht. Überall sammeln die Menschen Trümmer ein, die irgendwie noch verwendbar erscheinen.

Glücklicherweise gibt es keine Toten. Man flüchtet in die betonierten Schutzräume.

Es ist der schwerste Sturm über Tonga seit mehr als 60 Jahren.

 

Überall steht braunes Wasser, liegt Unrat herum, viele Palmen abgeknickt. Strom gibt es fortan nur noch auch mobilen Generatoren, Australien AID verteilt Zelte, die UNHCR Lebensmittel. 

 

 

 

Nach drei bangen Tagen endlich eine Mail vom Boatyard:

Die Inselgruppe Vava´u habe es nicht so schwer erwischt wie die Hauptinsel Tongatapu, da etwas weiter vom Auge GITAs entfernt.

Und unser Boot gibt es auch noch,  HURRA !!  

Es ist noch immer an 4 Betonblöcken gut festgezurrt und hat den Sturm entsprechend gut überstanden. 

ENTWARNUNG.

 

Die Anspannung ist wie weggeblasen. 

Schlimm wenn man nichts unternehmen kann und sich vorstellen muss wie alles wegfliegt, sich auflöst und verteilt.

Nun freuen wir uns, dass es vorbei ist und hoffen, das GITA nicht - wie WINSTON 2016 in Fiji noch einmal umdreht und zurückkommt.

 

 Schwein gehabt ! 

 

 

BILDER:  TONGA TOURISTBOARD  +  FIJI  METSERV 



KINGDOM OF TONGA

 

TOUR 2018

 

Am 31.03.18 machen wir uns auf den Weg nach Tonga. Ab Düsseldorf fliegen

wir über London nach Singapore. Von dort nach Sydney, wo wir einen

Tages-Stopp einlegen um die Stadt zu besichtigen. Zumindest kurz.

Über Tongatapu erreichen wir zwei Tage später den Flughhafen von

Vava´u / Tonga. Fünf Flüge in 62 Stunden.

 

Auf Tongatapu hat Cyclon Gita vieles verwüstet. So ist auch der Domestic-Airport nicht mehr zu gebrauchen. Das Dach sei weg, erklären uns die Locals.

So werden nun Inlandflüge ebenfalls auf dem International Airport abgefertigt.

Da das Dach des Int´Airport auch beschädigt ist, ist ein Verweilen bis zum Weiterflug am Morgen bei Wind und Regen eine nasse Sache. Passagiere sitzen im Regen. Wir beschließen die verbleibenden 5 Stunden in einem kleinen, nahegelegenen Hotel zu verbringen. Wir können Duschen und in der Lobby auf den Polstermöbeln nächtigen. Tonga im Ausnahmezustand.

Auch die Einreise ohne Returnticket ist geglückt: Hatte doch der kontrollierende Officer unsere Quittung von 2017 noch mit den Worten „to old“ weggewischt so muss er doch kapitulieren, als wir ihm den Beleg der von Elke und Werner ( Trans-Ocean-Vava´u ) mit der für unser ONE-WAY-LETTER erneut eingezahlten Gebühr vorlegen, auch wenn wir das Dokument nicht dabei haben. Wir und auch TO hatten zehn Wochen lang versucht das Dokument per Mail zu bekommen...

Vielen Dank Elke & Werner vom TO-Stützpunkt Vava´u für euren Einsatz und die Hartnäckigkeit bei Customs !!

 

Da derzeit kein Taxi verfügbar, nimmt uns der Bus von Moorings-Charter mit nach Neiafu. Zusammen mit zwei Chartergästen. Erst zum Chinamarkt ein paar Basics einkaufen und dann zum Boatyard.

Ein netter Service !

Die BONAFIDE steht da, wie wir sie abgestellt hatten. Die herab gelassene Ankerkette mit samt der Holzpalette von Grass überwuchert aber sonst nur ein wenig veralgt und schmutzig.

Der Boatyard ist recht gut gebucht.

Wahrscheinlich durch Cyclon Gita haben viele Eigner ihre Boote schnell an Land gebracht und gut verzurrt.

 

Im vergangenen Jahr 2017 gab es fünf große Cyclons im Südpazifik. Drei davon im Monat Mai, hören wir. Obwohl nach den Sailingdirections ab Ende April dieses Seegebiet nahezu sicher sein soll... Sind wir etwa zu früh ?

 

Seit wir hier sind, regnet es fast ununterbrochen. Der Grund ist ein weiterer Cyclon, von den Vanuatu-Inseln kommend nun Fiji passiert hat und auf Tongas

Ha Apai-Inseln zuhält. Er wird jeden Tag stärker und hat nun heute schon Category 3. Der Forecast sagt für Mittwoch 11.04. hier auf Vava´u Wind bis 45kn voraus. Wenns denn dabei bleibt.

Also die Zurrgurte noch nicht lösen, Segel nicht setzen und alles was weg fliegen könnte unter Deck lassen.

 

Zwei Tage später, das System ist mit heftigen Gewittern durchgezogen, ist nichts schlimmes passiert. Vielleicht auch deshalb, da der Boatyard durch Berge gut geschützt ist.

Es ist Freitag der 13.April. Ein Tag vor dem uns Alan und Joe, die beiden Betreiber warnen.

Noch über das Wochenende an Land bleiben ? Nein, lieber nicht.

Auch hier läuft alles glatt. Mit der Nachmittagstiede geht die BONA ins Wasser.

Keine großen Überraschungen, außer, dass der STB-Motor sich nur aus dem Motorraum starten lässt – eine Kleinigkeit, verglichen mit dem letzten Jahr.

Ein Problem in der Elektronik...

Wir gehen abends vor Neiafu an eine der vielen freien Moorings und bummeln Samstag erst einmal gemütlich durch den uns lieb gewordenen Ort.

 

Eine Wassermelone hier, ein paar Orangen und ein Brot dort. Dazu noch eine Flasche Rotwein und auch Kartoffeln. Auch die Benzinvorräte werden wieder aufgefüllt.

Es sind nur zwei weitere Yachten bewohnt. Vorsaison. Wir erfahren, dass einer der Segler an Ciguaterra erkrankt ist. Aus Ha Apai. Vorsicht also mit Fisch !!

Samstag Nachmittag verlegen wir uns in unsere 5sm entfernte Lieblingsbucht Port Maurelle und gehen zuerst einmal ausgiebig baden und schnorcheln.

Wir sind alleine !

Ein Buch zu leiser Musik und einem Glas Rotwein....

 

Erst hier bemerken wir, dass wir beim Verlassen des Trailers eine etwa 10mm tiefe Schramme in den Backbordbug gefahren haben.

Im Unterwasserbereich ganz vorne, innen....

 

 

 

Mit der Drohne von Dennis entstehen spektakuläre Luftaufnahmen

 

 

 

FAMILIENBESUCH

 

Am 17.04. kommt Dennis an Bord. Er ist fertig mit seinem Studium und nimmt eine Auszeit. Die lange Reise hat er gut überstanden. Müde aber gut gelaunt kommt er mit einem Taxi zur Mangobar.  

Mittlerweile ist auch das Wetter wieder besser. Vor der Sonne muss man sich nun in acht nehmen...

 

Schon oft waren wir an der kleinen Insel Lotuma vorbei gesegelt auf deren Mitte ein auffälliger Wachturm steht. ( 18°39´657 S 174°05´60 W )

Nun gehen wir zwischen dieser und der Hauptinselvor Anker und besteigen das Eiland. Wir sind neugierig. Die Anlegepier aus Beton zur Hälfte eingefallen aber noch brauchbar, die Treppe nach oben stark zugewachsen.

Es ist eine ehemalige Gefängnisinsel. Oben kniehohes Gras und Palmen.

Die vergitterten Gebäude von 1981 sind aus Holz aber noch recht gut erhalten, wenn auch stark von der Natur wieder vereinnahmt und bewachsen. Man erkennt noch den Generator und die Kantine. Das Beste aber ist der etwa 20m hohe Wachturm in der Mitte der Insel. Die Leiter ist aus massivem Eisen aber stark verrostet. Die Sprossen haben noch ihren halben Querschnitt und auch das Holz des Turmes ist schon etwas morsch.

Auch wenn es wackelt, das Hochklettern lohnt sich: Man hat eine phantastische Aussicht auf die umliegenden Inseln und Gewässer.

Da hier niemand hinkommt nehmen wir gleich 10 reife Kokosnüsse mit.

 

Da das Wetter wieder feuchter wird mieten wir uns ein Auto und erkunden die Inseln, sofern sie mit Dämmen und Strasse miteinander verbunden sind.

So sehen wir auch die Ecken von Land aus, vor denen wir bislang geankert hatten. Auf der Suche nach dem Lookout auf dem 120m hohen Plateau bleiben wir mit dem Mietauto fast im nassen Morast der „Straße“ stecken.

So hat der alte Mietwagen der Chinesen doch etwas gelitten, als wir ihn zurückgeben. Das der Wagen keine Nummerschilder hatte war uns zwar aufgefallen, aber dies ist auf Vava´u fast normal. Und doch waren wir ohne Versicherung unterwegs. Eine Polizeikontrolle hatte dies offenbart. Wir müssen auf dem Polizeirevier erscheinen, aber statt einer Strafe gibt es nur einen Hinweis, wie wir die Registrierung in Tonga erkennen können.

 

Eine ganze Woche verbringen wir auf den Ankerplätzen, die wir aus dem letzten Jahr schon kennen. Dennis macht spektkuläre Aufnahmen von oben mit seiner neuen Drohne.

Bei David und Hika nehmen wir an einem Tongan Feast teil. Mit Spanferkel vom Grill.

 

Lange überlegen wir wann wir am besten abspringen, nach Ha apai. Das Wetter ist nicht sehr beständig. Um ohne Zeitdruck nach Ha apai segeln zu können wollen wir eine weitere Extension beantragen. Als wir erfahren, das unsere letzte Extension bei Customs statt bis zum 04.Mai nur bis zum 04.04. gültig war und bereits abgelaufen ist, klarieren wir kurzerhand aus – um notfalls abhauen zu können.

Wir machen noch einen Großeinkauf und geben das restliche Geld aus.

Abends auf ´ne Pizza ins Mango-Café und die aktuellen Wetterdaten laden.

 

 

 

 

Tonga Islands:

 

 

TONGA to FIJI    ( 550sm )

 

Um 05:00 morgens laufen wir von Neiafu aus, Richtung Ha apai. 60sm...

Geplante Ankunft noch mit Licht von hinten um einen Ankerplatz zwischen den Riffen zu finden.

 

Drei Stunden später merken wir, dass der Wind sehr ungünstig bläst und wir Ha apai nicht im hellen erreichen werden. Die nächsten Tage sollen sehr ruhig werden...

So fallen wir ganz spontan ab und nehmen Kurs auf Richtung Vuda / Fiji.

Lebensmittel sind ja reichlich vorhanden und wenn es eh regnet...

 

Es wird eine sehr ruhige Überfahrt.

Wenig aber genug Wind um mit 5 - 6kn durch das ruhige Wasser zu segeln.

Wellenhöhe anfangs 1,5m auf 60cm sinkend.

Nach dem ersten Tag mit Regen dann sonniges Kaiserwetter, wenn gleich es auch nachts heftig gewittert. Der Vollmond macht Nacht und Gewitter erträglich, da man die Wolkenformationen gut ausmachen kann. Fette Blitze bis aufs Wasser in einiger Entfernung.

Das Radargerät versagt seinen Dienst bei Anwendungen oberhalb einer Meile.

 

Nach vier Tagen beschließen wir zuerst nach Suva, Fijis Hauptstadt zu fahren,

da wir noch 2 Wochen Zeit haben, bevor wir in Nadi Besuch bekommen. So verkürzt sich unsere Tour um 100sm.

 

Ganz unspektakulär verschläft die Crew das Überfahren des 180° Meridians „gegenüber“ von Greenwich bei London, die geographische Datumsgrenze.

 

Leider wird aus der vorhergesagten Flaute auf den letzten 100sm bis Suva ein Wind mit 18kn, genau von vorne. Laufen mit beiden Motoren gegen 1,5m Welle.

 

 

 

FIJI


 

  फ़िजी   = FIJI REPUBLIC

 

Die Inselrepublik FIJI besteht aus 332 Inseln von denen 110 bewohnt sind.

Die grossen sind steil und zerklüftet bis 1350m hoch, vulkanischen Ursprungs.

Die kleineren Sandinseln aus Korallenriffen entstanden. Die Hauptstadt Suva

beheimatet etwa 80.000 der ca.400.000 Einwohner. Das Klima ist feuchtheiß bis 32°C.

 

Fiji liegt mitten im Hurricanbelt. Fast jedes Jahr werden die Inseln durch Cyclone verwüstet, 2015 sogar sehr schwer durch WINSTON, der gleich zwei mal über die Inseln fegte.

Neben dem Tourismus leben die Inseln von der Produktion von Zuckerrohr, Ingwer, Kokusnüssen, Kakao und Kaffee.

Weiterhin verfügt Fiji über große Goldvorkommen. ( um 3.000kg / Jahr )

Für Kinder gibt es eine achtjährige Schulpflicht und seit 2002 sind auch die Schläge mit der Gerte verboten.

In Lautoka gibt es seit 2004 eine Universität.

Die überwiegend christliche Bevölkerung spricht Fijianisch ( man versteht es auch

nicht ansatzweise ) und bezahlt mit Fijidollar.

Etwa die Hälfte der Einwohner hat indische Wurzeln. Die Engländer brachten viele Inder als billige Plantagenarbeiter ins Land.

 

Ein kultureller Brauch ist in Fiji das Trinken von Kava. Das Gebräu aus den Wurzeln des Pfefferstrauches wird während ritueller Kavazeremonien getrunken. Es berauscht und entspannt, macht jedoch nicht aggressiv wie Alkohol. Kava wird von den Stammesführern als Gastgeschenk erwartet, bevor man kleinere Inseln betreten darf.

Es schmeckt ekelhaft, betäubt schon im Munde und als Segler hofft man

nicht an einer solchen Zeremonie teilnehmen zu müssen.

 

 

 

Suva Harbour:

 

Ankunft Suva

 

Morgens um 01:30 laufen wir mit nur noch einer funktionierenden Maschiene

durch die Riffeinfahrt von SUVA in die etwa 5km grosse Bucht, die hier als Hafen bezeichnet wird.

Diese Bucht teilen sich Fähren, Frachter, Tanker, Fischtrawler und Yachten.

Auf den Schiffen laufen fast überall lautstarke große Generatoren. Überall sieht man Wracks auf den Riffen und halb gesunken. Das jüngste erst seit ein paar Tagen, hören wir.

Das Wasser ist grün-braun und es stinkt nach Öl und Chemikalien.

Ein echter Hafen...

 

In der hintersten rechten Ecke liegt der RSYC, der Royal-Suva-Yacht-Club, wo wir gemütlich und vor allem sicher mit dem Dinghi anlanden und die zwei Kilometer bis in die City laufen können.

Erwähnenswert ist auch der Boatrepair von Charles, ein Tauchshop mit mehreren angestellten, gut ausgebildeten Mechanikern und einer perfekt ausgestatteten Werkstatt.

Hier erzählen wir von unseren Motorproblemen und finden gut ausgebildete

Mechaniker und Elektriker.

Nachdem wir im RSYC Mitglied geworden sind liegen wir eine Nacht am Steg mit Wasser und Strom für unglaubliche 10,- FJD.
So verschwinden auch die letzten, kleinen Motorprobleme und alles funktioniert wieder bestens.

 

 

 

 

In Suva fährt man Taxi. Diese sind unglaublich günstig und es gibt so viele, dass immer wenigstens eins in der Nähe ist.

Die Menschen in Suva sind überaus freundlich. Sie stehen fortan ganz oben auf der Freundlichkeitsskala. Vielleicht sind wir als Weissnasen auch zu auffällig.  Sogar aus fahrenden Autos grüsst man uns freundlich und ruft uns ein nettes "Bula, Bula" zu.  Auch Taxifahrer helfen wie selbstverständlich, für uns schwer auffindbare Spezialshops zu finden. So erfolgreich, dass dies sogar Spass macht.

So bekommen wir hier alles, was noch auf der langen Liste stand - kurzfristig.

 

 

In Suva:

 

 

 

 

Der ROYAL-SUVA-YACHT-CLUB 18°07´34S 178°25´79E /1,0m Mud

kommt recht vornehm daher. Auch wenn es so scheint, als habe er seine besten Tage bereits hinter sich. Es gibt ein Restaurant, eine Bar und es scheint als wäre der Club ein Treffpunkt der reichen. Am Schwimmsteg liegen meist die offenen 4m-Boote, nur wenige Yachten. Es ist ja auch nur 1,50m tief.

 

Für 45,-FJD werden wir Member im RSYC und gehen an den Schwimmsteg für nur 10,-FJD per Tag, etwa 4,- €.

 

Gleich nebenan betreibt Charles den einzigen Betrieb in Suva, der neben Taucharbeiten auch Motorreparaturen ausführen kann. Die etwa 20 Monteure sind gut ausgelastet. Sie arbeiten auf den zahlreichen Fähren, Tankern und Frachtern in der Bucht.

 

Bereits einen Tag später ist Richard bei uns an Bord, ein diplomierter Maschienenbauenineur. Er schafft es, den zugerußten Krümmer vom Motor zu trennen, wenn gleich auch einer der vier Stehbolzen abbricht – das nächste Problem.

Der mit Ruß gefüllte Krümmer kommt über Nacht in ein Säurebad.

 

Die Monteure haben alle Hände voll zu tun und sind nicht sehr zuverlässig mit Terminabsprachen. Sie arbeiten auf mehreren Schiffen gleichzeitig. Man muss flexibel sein.

 

Beim Ausbohren des Bolzens verbohrt sich Richard ein wenig, was aber mit Epoxyknete kompensiert werden kann. Er staunt, dass wir so etwas an Bord haben. Bohren, Gewinde schneiden, neuen Bolzen einschrauben, neue Dichtung herstellen und den Krümmer wieder einbauen.

Hoffentlich hält dies dauerhaft...

 

Dennis tauscht derweil den defekten Vergaser des Mercurymotors.

Gut, dass die Ersatzteile an Bord sind.

 

So dauert dieser Stopp fast eine ganze Woche.

Ganz zwischendurch erleben wir die Stadt Suva. Etwa die Hälfte der 80.000 Einwohner haben indische Wurzeln, wurden ihre Vorfahren von den Briten als billige Plantagenarbeiter ins Land geholt.

Entsprechend indisch ist die Stadt bis heute. Indische Märkte, Restaurants, Tempel, offene Busse und auch das Verkehrschaos mit viel Gehupe im

Linksverkehr - little India.

 

Besonders auffällig ist, dass wir fast überall freundlich gegrüsst werden. „BULA, BULA“ ruft es sogar aus fahrenden Autos. Sind wir hier so besonders oder gibt es hier in der Stadt keine Touristen ? Immer wieder die Frage nach unserer Herkunft und das Staunen über den weiten Weg.

 

Als wir nach Keilriemen und Dieselfiltern suchen, erkundigt sich der Taxifahrer nach unserem Problem und bringt uns zu den richtigen Shops.

Es scheint als bekomme man hier alles. Für ganz, ganz kleines Geld. Und was nicht geht wird improvisiert.

Alle sind sehr freundlich und zuvorkommend.

 

 

 

 

 

Am Sonntag 06.Mai verlassen wir Suva. Wir wollen nach Beqa, eine Insel auf dem Weg nach Nadi. In der Einfahrt verlassen uns plötzlich beide Motoren kurz hintereinander, so dass wir schnell die Genua wieder raus ziehen und in tieferem Wasser das Schiff in Fahrt und auf Kurs halten.

Ruhig bleiben und die Nerven bewahren !

Nur ein paar Hundert Meter von der Luvküste entfernt auf deren Riffen man deutlich mehrere aufgegebene Segelyachten erkennen kann...

 

Eine Stunde später sind die Filter beider Motoren gewechselt und wieder entlüftet. Sie laufen wieder. Bei Seegang im Motorraum - herrlich !!

 

Die Dieselfilter waren zugesetzt, ein sicheres Indiz für schmutzigen Diesel.

 

Es ist bereits Nachmittag, es regnet aber der Wind passt. Wir beschließen weiter zu segeln bis Nadi.

So fällt die Insel Beqa "ins Wasser".

Nur mit der Genua sind wir über Nacht, pünktlich zum Sonnenaufgang vor der Einfahrt im Westen von Viti Levu und gehen in der nur 2sm entfernten Momi-Bay vor Anker und in die Kojen...

 

An Land gehen ist wegen der sehr flachen Uferzonen hier nicht möglich aber wir fahren mit dem Dinghi in die Mangrovenlandschaft eines hier mündenden kleinen Flusses.

 

Von Renois und Julien auf einer in der Nähe ankernden Segelyacht bekommen wir frische Wahoofilets geschenkt. Mercie bien!!

Sie gehen nachts auf jagt - mit der Harpune.   "Es ist wie Fische einsammeln"

 

Auch interressant:

Hier auf der Westseite sind die Wolken bereits abgeregnet.

Hier ist es angenehm, mit sommerlichen Temperaturen um die 28° mit einer konstanten Briese um die 10-15kn.

 

 

 

TAVARUA                     17°51´21 S    177°12´25 E         /  8m,  Coral

 

Zwei Tage später motoren wir zur Insel Tavarua und ankern vor herrlicher Kulisse. Auf wirklich jeder Insel in dieser Gegend befindet sich ein Resort. Es ist die Ecke wo Fiji sein Geld verdient.

Hier sind Korallen und Unterwasserwelt erstaunlicherweise noch völlig intakt.

Tavaroa, die Insel, die von oben aussieht wie ein Herz, ist innerhalb von 60 Minuten umwandert. Dennis fliegt mit dem Quatrocopter und macht schöne Luftaufnahmen aus großer Höhe.

 

 

 

 

 

 MALOLO LEI LEI       17°46´23 S    177°11´19 E

 

Nur 5sm weiter liegt Malolo lei lei, eine größere Insel mir mehreren Resorts und einer gut geschützen Bucht. Hier bemerken wir, dass die Seekarten noch nicht einmal ein wenig Ähnlichkeit haben mit der Realität. Die Riffe haben andere Formen und liegen völlig anders als in den Charts. Die Sonne steht schon niedrig und das Wasser glänzt und spiegelt überall gleich. Man sieht die Gefahr nur sehr schwer.

 

Wir warten ab und plottern später die AIS-Spur der Katamaranfähre mit, auf deren Kurs wir dann durch die Riffe laufen.

 

Wenig später liegen wir neben anderen Yachten an einer Mooring der Muscat Cove Marina und bekommen von einem Aussie den Tipp mit einer australischen APP, die den GPS-Standort in Satelitenbild-Karten projiziert. Weil gelegentlich Wolken das Bild versperren kann man zwischen Bildern von Google, Apple oder Bing wählen.

 

MOTION-X -HD“ heißt diese APP, ein Geschenk in diesen Gewässern !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VUDA POINT MARINA      17° 36´35 S 177° 26´58 W

 

Freitag, 11.05.2018 laufen wir in die VUDA MARINA. Wir hatten diese vor Wochen gebucht.

Sie liegt nur wenige Kilometer vom Flughafen Nadi entfernt.    

 

Jetzt wird der Dampfer gründlich gereinigt, Wasser getankt, Wäsche gewaschen, der Wassermacher repariert, das zweite Dinghi ausgepackt, die Gästekabinen aufgeräumt

und in Lautoka Ölfilter und Getriebeöl besorgt.

Und zur Belohnung gibt es ab 17:00 wirklich gut gemachte Livemusik.

 

Immerhin kommt in den nächsten Tagen so richtig Leben auf das Boot....

 

 

Für die Rückfahrt von Lautoka zur Marina haben wir uns für die gut gefüllten, unverglasten

indischen Busse entschieden, die hier mit angenehmer indischer Musik die Leute transportieren, für wenige Cent.

 

Sonntag, 13.05.2018

 

Gegen 11:51 steht plötzlich Leonie am Steg. Gut gelaunt, mit zwei Rucksäcken schwer bepackt und nach der langen Reise erstaunlicherweise kaum erschöpft. 

Zusammen fahren wir Montag mit dem Bus nach Nadi. Verkehrschaos und indisches Gewusel, aber nur halb so interessant wie Lautoka. Auch der Hafen PORT DENERAU ist nicht wirklich sehenswert. Hier kommen fast alle Fähren und Versorger der kleinen Inseln an. Fünf große Luxushotels um eine Einkaufsmeile mit vielen teuren Geschäften und Restaurants innerhalb eines schön angelegten Parks mit Golfplatz. 

 

Montag Abend gegen 20:12 kommen Laura und Sam an. Nach 45 Stunden Reisezeit sind sie recht platt. Die Mannschaft ist nun komplett.

Für Dienstag haben wir ein Grossraumtaxi organisiert in das wir alle passen. Ein Kleinbus.

Dies erscheint sinnvoller, denn in einen größeren PKW dürfen maximal 5 Personen.

Es geht in den etwa 25km entfernten Koroyanitu Nationalpark. Von Abaca aus wandern wir fast vier Stunden zu einem etwa 30m hohen Wasserfall, unter dem die Mannschaft duschen kann.

 

Zum Einkaufen geht am Ende des Tages in die Provinzhauptstadt Lautoka.

Hier gibt es neben großen Supermärkten auch einen großen Markt mit allerlei frischen Gemüsen und Obst.

Das Gewusel ist exotisch und interessant. Die indischen Händler sind sehr geschäftstüchtig aber auch sehr freundlich und zuvorkommend.

Wir finden beinah alles was auf der langen Einkaufsliste steht.

Zwei sehr große Einkaufswagen - übervoll.

Für mehr als zwei Wochen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

YANUYA              17°36´00S 177°37´20 E              / 19m Sand neben Riff

 

 

 

Auf Yanuya werden wir schon vor dem Anlanden mit dem Dinghi zu einer Stelle gelotst, wo der „Chief“ auf uns wartet. Hier leben etwa 700 Menschen erklärt uns Arim, der Chief des Dorfes. Es dauert etwa 30 Minuten bis wir die Erlaubnis erhalten über die Insel zu laufen. Ein Gespräch mit langen Pausen, während die Mannschaft etwas entfernt wartet.

 

Sein jüngster Sohn Malut führt uns anschließend durch sein Dorf, obwohl wir kein Sevusevu (Gastgeschenk) dabei haben.

 

Die Häuser sind alle sehr farbenfroh gestrichen und es ist tip top aufgeräumt. Fast aus jeder Hütte ruft es freundlich Bula vinaka - willkommen, willkommen. Viele Leute fragen von wo wir kommen und sind überrascht über die große Entfernung. Seit der Umweltkonferenz 2017 in Bonn wissen sie alle wo Deutschland liegt.

 

Wir sehen gepflegte Gärten, die Kirche mit Holzglocke, Läden, Müllverbrennung

 

und die Grundschule, plaziert um eine Fussballfeld-grosse Wiese die neben Sportveranstalltungen auch als Versammlungsplatz genutzt wird. Ganz besonders stolz sind sie auf ihre 100% Solarenergie. Jedes Haus hat eine eigene 100w. Solaranlage für Beleuchtung.

 

Etwa 50 Personen arbeiten in Hotels auf den umliegenden Inseln.

 

Morgens um 07:00 sehen wir sie mit den Boten zur Arbeit fahren.

 

Hier leben sehr, sehr viele Kinder unter 12 Jahren. Die größeren leben nicht auf der Insel, sie gehen auf Viti Levu zur Schule.

 

Erst am nächsten Tag bringen wir unser Sevusevu, ein ausgedrucktes Foto vom Chief und seiner Frau, zusammen mit der Landing-Fee, eine Anlandgehgebühr, 10,-FJD/Pers.

 

Stolz geben sie „ihr Foto“ in die Runde, jeder darf es mal anfassen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MONURIKI            17°36´52S 177°21´83E            / 18m Sand + Coral

 

 

 

Ein mächtiger Berg der fast die gesamte Insel einnimmt und eine malerisch, mit Palmen bewachsene große Sandnase nach Osten. Umgeben ist die Nase von zwei feinsandigen Stränden gegen die die Brandung läuft.

 

Eine Insel mit allen Klischees, wie aus dem Bilderbuch !

 

Ein markierter Trampelpfad führt auf einen Nebengipfel des etwa 200m hohen Berges, von wo man den gesamten Inselarchipel überblicken kann. Grandios !

 

Die Insel war in den 90er Jahren Drehort des Filmes CAST AWAY, mit Tom Hanks. HELP ME, aus Cocoschalen gelegt, ist noch immer weithin sichtbar.

 

 

 

 

 

 

VANUA LEVU              17°27´57S 177°26´96E    / 19m Sand

 

 

 

...ist eine von drei einzelnen Inseln und ist, wie die beiden anderen auch gänzlich unbewohnt.

Die Inseln liegen V-förmig mit der Öffnung nach Norden und bieten zumindest innen gegen die pazifische Dünung ausreichend Schutz. Wir sehen gleich beim ersten Schnorcheln zwei große Haie. Die Inseln sind fast komplett mit Sandstrand umgeben, der jedoch bei Niedrigwasser nicht erreichbar ist, da man erst wieder bei etwas höherem Wasserstand über den Korallengürtel schwimmen kann.

Man muss den Landgang also gut timen. 

 

Abends sitzen wir gemeinsam auf einer der Badeplattformen und schauen wie die Sonne ins Meer plumst, als plötzlich eine riesige Sternschnuppe, oder ein Komet nur wenig entfernt mit laut hörbarem Zischen vom Himmel fällt oder verglüht.

 

 

Einen Abend später grillen wir hier auf der Sandzunge. Es gibt Kartoffelsalat, Würstchen und Stockbrot. Ein prima Abend an einem tollen Ort mit Brandung von zwei Seiten.

Bei stockschwarzer Nacht mit traumhaftem Sternenhimmel, da nirgends Restlicht.

Die Rückfahrt im Dinghi zu sechst durch die Brandung auf einem vorher aufgezeichnetem Track,

wo das Wasser etwas tiefer ist, in absoluter Dunkelheit.

 

 

VANUA LEVU:

 

 

 

 

Da es gerade keinen Wind gibt wird motort.

Auf der Fahrt von Vanua Levu nach Mana haben wir für eine halbe Stunde Begleitung von einer Gruppe Delphinen. Es gibt sogar zwei Jungtiere. Immer wieder drehen oder springen sie.

Was die wohl über uns denken ?

 

 

 

 

 

MANA                         17°40´S 177°06´E                   / 3 - 12m überall Sand

 

 

 

Die Insel Mana erreicht man durch einen schmalen etwa 200m langen Kanal, durch den immer das Wasser, dass über das Riff gebrandet kommt nach aussen läuft. Im Pass gibt es Strömung zwischen 2 und 5kn. Dafür liegt man innen über feinem Sand und Seegraswiesen. Wir sehen mehrere grosse Stachelrochen, aber auch Kugelfische Schildkröten und Igelstechrochen. Die Insel teilen sich ein Luxushotel und ein kleiner Ort. Nette, freundliche Menschen, die uns „frei“ durch ihr Dorf laufen lassen. Es gibt ein Backpackerhostal, eine Tauchbasis, eine Fiji-Massage am Strand und zwei Restaurants.

 

Wir liegen mit Heckanker stabilisiert nur 5m über dem Sand absolut ruhig. Gleich neben unserem Boot landet und startet später wieder ein Wasserflugzeug.

 

Die Insel ist nicht überall begehbar, da derzeit weitere Folgen der US-TV-Serie „The Surviver“ gedreht werden und mehrere Stellen gesperrt sind. Überleben auf einsamer Insel mitten im Pazifik....

 

 

 

 

Mana Island:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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