WETTER

Der Blick nach oben,

in den Wolken lesen, das Wetter interpretieren, den Wind erraten, den Sturm erahnen,  das Abendrot deuten, ein Gefühl für Seegang, Kurs, Versatz und die Farbe des Meeres.

 

- Kurz:  Die Elemente erleben.

 

 

 

NACH DURCHZUG EINES REGENGEBIETES:    KARIBIK 2012
NACH DURCHZUG EINES REGENGEBIETES: KARIBIK 2012
35KN WIND UND REGEN.  EIN ECHTER ATLANTIKSQUALL    ( AUCH AUF DEM RADAR SICHTBAR )
35KN WIND UND REGEN. EIN ECHTER ATLANTIKSQUALL ( AUCH AUF DEM RADAR SICHTBAR )

2015 sehr spannend:  EL NINJO oder nicht ???    

 Das wämste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen,

der Pazifik so warm wie noch nie ( Passageweather.com )

 

Während im Dezember 2015 zuhause viele Pflanzen wie im Frühling in voller Blüte stehen, bereitet man sich in Peru auf den Ausnahmezustand durch Dauerregen vor.

 

http://www.wetteronline.de/klimawandel/2014-04-22-en

http://www.australiasevereweather.com/cyclones/index.php

http://www2.wetterspiegel.de/de/nachrichten/2014-wieder-ein-el-nio-jahr-185039.html

http://www.nzz.ch/wissenschaft/uebersicht/ausfall-von-messbojen-erschwert-prognosen-1.18240763

 

DER PAZIFIK SO WARM WIE NOCH NIE........ 27.12.2015
DER PAZIFIK SO WARM WIE NOCH NIE........ 27.12.2015

EL NINO

 

Noch nie haben wir uns so oft und so ausführlich mit einem Wetterphänomen befassen müssen. Es geht im Ganzen darum ob wir im Frühjahr 2015 wie geplant in den Pazifik segeln, oder die geplante Tour um 12 Monate verschieben.

 

In der „Normalkonstellation“ wird ein Segler von Galapagos kommend ganz normal mit den Ausläufern des Humboldstroms seinem Ziel entgegensegeln können. Die längste Tour die überhaupt auf unserem Planeten möglich ist, ohne an anderen Inseln vorbei zu segeln.

ca.3200sm / 6000km 

Der Passat blast gewöhnlich aus Süd-Ost mit moderaten 15-25kn, so dass man in etwa 3-4 Wochen sicher auf den Marquesas, der ersten Inselgruppe auf dieser Route ankommen kann.

 

Alle 7-10 Jahre kommt es jedoch vor, dass sich das Wasser des Pazifiks zu stark erwärmt. Man spricht von EL NINO, ( das Christkind ) da dieses Phänomen gegen die Weihnachtszeit seinen Höhepunkt findet.

Durch extreme Verdunstungen über dem Pazifik bleibt der Passat aus und es kommt zu heftigen Unwettern und auch zu atypisch wehenden Winden auf dieser langen Route. In Stärke und Richtung !

Der Passat dreht sich vollends um und bläst nun aus westlichen Richtungen.

 

Es gibt nichts wo man sich verstecken könnte. Es bleibt dann nur der schmerzliche Weg mit dem Starkwind zurück zu segeln bzw. nach Osten ablaufen, zurück Richtung Panama weil auf den Galapagosinseln der Aufenthalt länger als 21 Tage nicht gestattet wird. 

 

Bereits 2013 gab es in der Karibik keinen, 2014 nur einen einzigen Hurrikan - ein sehr sichers Indiz für eine EL NINO Periode.

Wir sind gewarnt, wenn auch viele Segler um uns herum das Problem verniedlichen und aus > Zeitgründen <  ( ?? )

die Tour 2015 probieren wollen.

 

Wir werden abwarten – und fahren warscheinlich nicht.

SAFTY FIRST !!!  

Damit sind wir bislang immer gut beraten gewesen.

 

Ratingen, November 2014  Andi & Petra

NORMAL-KONSTELLATION........Wind und Südäquatorialstrom laufen westwärts.
NORMAL-KONSTELLATION........Wind und Südäquatorialstrom laufen westwärts.
EL NINO KONSTELLATION....Wind und Äquartorialstrom sind umgekehrt.
EL NINO KONSTELLATION....Wind und Äquartorialstrom sind umgekehrt.

 

 

 

 

 

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WETTER

 

Ganz neutral betrachtet und auf die Beaufort-Skala bezogen spricht man erst ab 34 Knoten (8 Bft.) von stürmischem Wind,

ab 41 Knoten (9 Bft.) von Sturm und erst

ab 48 Knoten (10 Bft.) von schwerem Sturm.

Danach ist eh alles egal: Wie die See aussieht, wie die Gischt weg weht usw.

Die Wirklichkeit ist dann schon lange nicht mehr mit Bildern wiederzugeben weil jede Kamera defekt gehen würde.

 

Die Wellenhöhen werden im Allgemeinen zu hoch angegeben. Es ist sehr schwer die Wellenhöhen von Bord einer Yacht einzuschätzen. Wir waren uns oft nicht einig.

Die Wellen werden über die Zeit immer höher und der Wind wird immer stärker...... Und dies ganz ohne besondere Absicht. Die Warnehmung verändert sich durch das ständige Auf und Ab.

Vor diesem Phänomen sind auch wir nicht sicher.

 

So wird in der Erinnerung an einem langen, schweren Sturm manchmal beim Blick ins Logbuch eine Starkwindphase von wenigen Stunden.

 

 

Da muss man wohl durch :  Mitten auf dem Atlantik kann man sich nicht verstecken.....
Da muss man wohl durch : Mitten auf dem Atlantik kann man sich nicht verstecken.....
Bezeichnung Beaufort-Stärke Knoten km/h m/sec  
Windstille 0 unter 1 unter 1 0 bis 0,2 Rauch steigt gerade empor 
leiser Zug 1 1 bis 3 1 bis 5 0,3 bis 1,5 Zug des Rauchs erkennbar
leichte Brise 2 4 bis 6 6 bis 11 1,6 bis 3,3 Wind ist im Gesicht fühlbar 
schwache Brise 3 7 bis 10 12 bis 19 3,4 bis 5,4 Zweige bewegen sich 
mäßige Brise 4 11 bis 15 20 bis 28 5,5 bis 8,9 Staub hebt sich 
frische Brise  5 16 bis 21 29 bis 38 9 bis 11 kleine Bäume schwanken 
starker Wind 6 22 bis 27 39 bis 49 12 bis 14 Pfeifton an Drahtleitungen 
steifer Wind 7 28 bis 33 50 bis 61 15 bis 17 Hemmung beim Gehen
stürmischer Wind 8 34 bis 40 62 bis 74 18 bis 21 Gehen wird erheblich erschwert
Sturm 9 41 bis 47 75 bis 88 22 bis 24 Schäden an Häusern 
schwerer Sturm 10 48 bis 55 89 bis 102 25 bis 28 Bäume werden entwurzelt
orkanartiger Sturm 11 56 bis 63 103 bis 117 29 bis 33 schwere Sturmschäden 
Orkan 12 über 63 über 117 über 33 katastrophale Schäden 

 

 

Bei Brest / FR   Sept.2008
Bei Brest / FR Sept.2008

 

Aus dem Bordtagebuch:

 

Es beginnt unmittelbar nach einer Starkwindwarnung auf Französisch gegen 22:00 etwa 20sm vor Brest.  

Nach einer bislang sehr friedlichen Überfahrt, befinden wir uns nun innerhalb eines Sturmtiefs.

In der zweiten Nachthälfte stecken wir immer noch im Ölzeug und starren angespannt in die Dunkelheit in Richtung Küste. Man kann ausser den gelegentlichen Blitzen des Leuchtfeuers „Ile de Quessant“ nichts erkennen. Es ist stockschwarz. 

Vor drei Tagen waren wir in Cowes / GB gestartet, mit Ziel Brest / FR.

Der Sturm schickt alle paar Sekunden wilde Böen. Die Luft ist voller Gischt, die im Licht der Taschenlampe aussieht wie waagerecht fliegender Regen. Es fühlt sich an wie Schrotladungen auf der Haut, auf den Lippen und in den Augen. Das Salz brennt. 

Die Geräusche sind angsteinflössend. Es pfeift und heult ohrenbetäubend laut und die Wellen knallen gegen den Rumpf.

Das Boot bohrt sich regelrecht in die hohe, kurze See. Selbststeueranlage und Kompassbeleuchtung sind bereits ausgefallen.

Wir segeln im 3.Reff mit fast 6kn, stehen jedoch nach GPS förmlich auf der Stelle. Blos nicht näher zum Licht...

Der Motor verhindert, dass wir zurückversetzt werden, so stark ist die Tiedenströmung.

Das Barometer ist seit der letzten Stunde um weitere 2 hp gesunken.

es wird also noch mehr werden.

Petra kontrolliert unsere Position am PC und kommt grün wieder nach oben.

Die Bootsbewegungen sind unglaublich heftig. Es kracht und spritzt und die eiskalte Brandung läuft regelmässig über das gesamte Deck.  

Unter Deck gibt es ein regelrechtes Chaos. Alles was nicht gesichert war, hat sich selbstständig gemacht und poltert durchs Schiff.

Schnell das Schiebeluk wieder zu.

Es ist eiskalt und wir sind beide am Ende - totmüde und naß.

Ohrenbetäubend ist der Lärm des Stumes und ich bekomme immer wieder Fragen gestellt. Blöde, überflüssige Fragen.....

“Schlaf jetzt bloss nicht ein!“

Mit Taschenlampe zwischen den Zähnen halte ich sitzend Kurs so gut es geht. Starre auf die Kompassskala. Mir fallen die brennenden Augen zu. 

Die Brandung der Riffe neben uns ist in dem Lärm gut auszumachen. Noch ist es 20m tief.....

Wir zittern. Vor Kälte, triefnass, aber auch aus Furcht.

Wir zählen die Stunden bis es hoffentlich bald hell wird.....

 

 

 2008, von Cowes ( GB ) nach Brest ( FR ) nachts vor Ile de Quesant

 

 

 So beschreibt "Fridolin"  ein HOCH................."Ja was bekommt denn der ?"   fragen Freunde von uns als wir ihnen unseren gerade gefangenen, vermeintlichen Wetterfrosch schenken wollen. Ein lustiger Moment.
So beschreibt "Fridolin" ein HOCH................."Ja was bekommt denn der ?" fragen Freunde von uns als wir ihnen unseren gerade gefangenen, vermeintlichen Wetterfrosch schenken wollen. Ein lustiger Moment.
DER ATLANTIK MAL GANZ ANDERS:  100sm VOR BARBADOS, 2011  BEI CA. 28°C.
DER ATLANTIK MAL GANZ ANDERS: 100sm VOR BARBADOS, 2011 BEI CA. 28°C.

Bereits Wochen vor einer geplanten Überfahrt beobachte man das dortige Wettergeschehen.   ( Hier z.B. der Südpazific )

Gut wenn es ein Schema gibt, nachdem die Hochs und Tiefs zusammen wirken und es gelingt dies zu verstehen - wie z.B. in Europa.

 

Internet: Wirklich sehr zu empfehlen !

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie überhaupt das Wetter um den Globus herum funktioniert ist Grundwissen für Segler und absolut wichtig.

 

WETHER BASICS FOR SAILORS
WETHER BASICS FOR SAILORS
NAVTEX     WETTERFAX, EINE SCHÖNE SACHE WENN EMPFANG...
NAVTEX WETTERFAX, EINE SCHÖNE SACHE WENN EMPFANG...

Man darf nichts unversucht lassen, denn

es gibt mitlerweile viele Möglichkeiten um an Wettervorhersagen zu gelangen:

 

UKW - FUNK

Manchmal in Englisch ausgestrahlt, meistens jedoch in der Landessprache. Es gibt jedoch nur Warnungen.

 

SSB - SEEFUNK

Über Grenz- und Kurzwelle können wir - in Verbindung

mit unserem Pactor-Modem E-Mails senden und empfangen.

Auch auf See.

Ebenfalls die für die Wettervorhersage wichtigen GRIB-Daten für ein bestimmtes Seegebiet.

Diese werden mit Hilfe der entsprechenden Software auf dem PC

in die Seekarte übertragen und als Windpfeile dargestellt.

Wenn´s denn funktioniert.....

Und auch nur, wenn man ein Funkrufzeichen hat !

 

NAVTEX

Der Nautische Wetter und Warnfunk informiert über  alle möglichen nautischen Gefahren in dem ausgewählten Seegebiet.

Funktioniert auf der Nordhalbkugel fast immer, jedoch nur in Landnähe ! Es gibt nur Warnungen, selten Wettervorhersagen.

Weiter entfernt von der Zivilisation keine Aussendungen !

 

BAROGRAPH

Der Barograph dokumentiert bzw. schreibt den aktuellen Luftdruck mit.

Aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse auf die weitere Wetterentwicklung schliessen.

Dies macht er immer – man muss aber gut interpretieren können.

Und er schreibt nur an seinem Aufenthaltsort, kann also nicht vorausschauen.

 

INTERNET

Das Internet - unsere Lieblingsquelle - bietet natürlich die meisten Informationen, ist aber leider nur in Häfen bzw. an Hotspots zu empfangen.

 

 

Man merkt schon..... Alles immer mit WENN und ABER.....

 

Und immer wieder gibt es Situationen in denen es unmöglich gewesen ist, einen verständlichen Wetterbericht zu bekommen.

Oft haben wir uns dann mit anderen Seglern ausgetauscht, den Wetterfrosch in Bad Herrenshof befragt

(Andis Bruder Rainer)

oder einfach den geplanten Törn verschoben. Safety first !

 

Sehr wichtig ist ebenso die visuelle Wahrnehmung des Wettergeschehens.

Aus den Wolkenbildern, den Wellenhöhen und der Windstärke entsteht schnell ein Gefühl für das was noch kommen kann.

Ängste sind zu unterdrücken......

Gut wenn man dann einen „Plan B“ in der Tasche hat, einen Hafen in der Nähe, wo man sich verstecken kann.......

 

 

 

AUF ST.LUCIA...   KARIBIK,  WEST INDIES
AUF ST.LUCIA... KARIBIK, WEST INDIES

                                                                                                                                        

Das Wetter und die Windverhältnisse richtig einschätzen gehört mitunter zu den wichtigsten Aufgaben an Bord.

Gerade in Seegebieten wo sich Wind und Wetter und somit auch

der Seegang schnell ändern, sind Wettervorhersagen unverzichtbar.

 

 

 

 

 

WELLENHÖHEN VON NUR 2m KÖNNEN EIN BOOT GUT DURCHSCHÜTTELN. SCHÖN,WENN MAN RUHIG UND SICHER LIEGT. CASTELSARDO
WELLENHÖHEN VON NUR 2m KÖNNEN EIN BOOT GUT DURCHSCHÜTTELN. SCHÖN,WENN MAN RUHIG UND SICHER LIEGT. CASTELSARDO
AUCH IN VOLLEN HÄFEN FINDET MAN EIN PLÄTZCHEN ZUM VERSTECKEN ........CASTELSARDO / Sardinien  Juli 2009
AUCH IN VOLLEN HÄFEN FINDET MAN EIN PLÄTZCHEN ZUM VERSTECKEN ........CASTELSARDO / Sardinien Juli 2009

ZUR ZEIT IN:

KINGDOM OF TONGA
KINGDOM OF TONGA

WETTER IN TONGA :

Fountaine Pajot  Belize43
Fountaine Pajot Belize43

2007

DÄNEMARK, SCHWEDEN, DEUTSCHLAND


2008

HOLLAND bis PORTUGAL        Atlantik


2009

PORTUGAL bis TÜRKEI      

( Mittelmeer )


2010

TÜRKEI bis SIZILIEN          

( Mittelmeer )


2011  

TUNESIA, ALGERIA,

MAROKKO,

                          CANARY ISL.

                          CABOVERDE ISL

 

2012

ATLANTIC-ÜBERQUERUNG,  

ÖSTL.KARIBIK

 

 

2013      

USA,

VIRGIN ISLANDS  KARIBIK,

TRINIDAD,

VENEZUELA,

ABC-ISLANDS


2014 CURACAO,

KLEIN.ANTILLEN,

PUERTO RICO,

DOMENIK-REP.,

HAITI,  CUBA,

CAYMAN ISLAND,

GUATEMALA


2015

GUATEMALA,

HONDURAS,

COLOMBIA,

PANAMA,

GALAPAGOS,

MARQUESAS ISL.

TUAMOTUS ISL.

( SÜDSEE )

 

 

2016

POLYNESIEN....

TUAMOTUS ISL.

SOCIETY ISL.

AUSTRAL ISL.

                             ( SÜDSEE )

 

 

 

2017

AUSTRALES, COOKS, NIUE TONGA 

 

 

 

2018

TONGA,

N.CALLEDONIA,

VANUATU,

SOLOMONS, PAPUA-NEW-GUINEA,

AUSTRALIA